Hollande hob in seiner Ansprache hervor, wie Frankreich von seinen jüdischen Bürgern profitiert: „Frankreich wäre nicht das, was es heute ist, wenn es den Juden 1791 nicht gleiche Recht gegeben hätte und die jüdische Gemeinschaft nicht aufgeblüht wäre und heute immer noch aufblühte.“ Er werde „im Kampf gegen Antisemitismus nicht locker lassen“, sagte Hollande.
Der 59-Jährige sprach seine Bewunderung für die Leistung aus, für die der israelische Staat stehe. „Israelis verwandelten ihre Tragödie in den Kran, der ihren Staat erbaute. Sie haben eine blühende Wirtschaft auf unfruchtbarem Land erbaut. Israel ist der Meister der Start-ups. Und Israel ist selbst ein Start-up.“
Hart gegen den Iran
Hollande bekräftigte die Freundschaft zwischen Frankreich und Israel. „Frankreich hat immer an Israels Seite gestanden und hat vom ersten Tag an das Existenzrecht Israels unterstützt. 65 Jahre später komme ich nach Israel und sage im Namen Frankreichs: Die Freundschaft zwischen uns ist fest, stärker als Staatenlenker, die kommen und gehen, und stärker als die Höhen und Tiefen des internationalen Lebens.“
Der französische Präsident versprach, Israels Interessen gegen den Iran zu verteidigen. Er betonte, eine iranische Atombombe sei nicht hinnehmbar, denn diese wäre eine Gefahr für Israel und den Nahen Osten. „Frankreich wird nicht zulassen, dass der Iran in den Besitz einer Kernwaffe gelangt.“ Er bekräftigte den Vorrang einer diplomatischen Lösung und fügte an: „Der Iran muss zu messbaren Zugeständnissen bereit sein.“ Bis dahin müssten die Sanktionen bestehen bleiben.
Friede durch Kompromiss
Hollande wandte sich in seiner Rede auch an Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Er forderte sie auf, mit Blick auf die Verhandlungen realistisch zu sein. „Wir können von den Juden nicht verlangen, dass sie einen Palästinenserstaat akzeptieren, ohne zu fordern, dass die Palästinenser einen Staat für die Juden akzeptieren.“ Von Israel forderte er einen Siedlungsbaustopp. „Wir brauchen einen Kompromiss in der Zwei-Staaten-Lösung.“ Er sprach sich dabei auch für Jerusalem als gemeinsame Hauptstadt Israels und eines zukünftigen Palästinenserstaates aus.
Hollande befindet sich seit Sonntag auf einer dreitägigen Nahostreise. Dabei besuchte er auch den Präsidenten der PA, Mahmud Abbas (Israelnetz berichtete). Im Vorfeld des Besuches hatte es Verwirrung gegeben, da bekannt wurde, Hollande wolle bei dem Besuch statt in der Knesset vor Studenten reden. Der Élysée-Palast dementierte jedoch und sagte, der Zeitplan für den Besuch stehe noch nicht fest (Israelnetz berichtete).