Frankreich werde so lange keine Kompromisse bei den Verhandlungen eingehen, bis feststehe, dass der Iran nicht nach Atomwaffen strebe, sagte Hollande nach seiner Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Auf Hebräisch versicherte der Präsident, sein Land werde immer ein Freund des jüdischen Staates bleiben.
In der vergangenen Woche hatte Frankreich eine zügige Einigung mit dem Iran über ein Interimsabkommen verhindert – ein Schritt, den Israel sehr begrüßt hatte. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu betonte bei der Willkommenszeremonie, Israel sehe in Frankreich „einen wahren Freund“. Er warnte vor einem atomar bewaffneten Iran. Dies wäre nicht nur eine Gefahr für Israel, sondern für die ganze Welt.
Auch Israels Staatspräsident Schimon Peres begrüßte Hollande und dankte ihm für seine Haltung gegenüber dem Iran. Im Garten von Peres‘ Jerusalemer Residenz pflanzte Hollande gemeinsam mit dem israelischen Staatsoberhaupt einen Baum. Beide sprachen auch über den Friedensprozess mit den Palästinensern. „Israel hat begonnen, Gefangene freizulassen, aber auch im Blick auf die Siedlungsproblematik sind Gesten nötig“, sagte Hollande laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Beide Seiten müssten Kompromisse eingehen.
Auf dem Programm am Sonntag stand auch ein Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, gemeinsam mit Netanjahu und Peres.
Der Besuch in Israel ist Hollandes erster als Staatspräsident. Begleitet wird er von seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler und einer großen Delegation von Ministern, darunter auch Außenminister Laurent Fabius, und Geschäftsleuten. Am Montag will der Präsident in die Palästinensischen Autonomiegebiete reisen und Präsident Mahmud Abbas in Ramallah treffen. Dabei soll es vor allem um den Nahost-Friedensprozess gehen. Geplant ist später eine Rede vor der Knesset.