Es waren die ersten vollstreckten Todesurteile seit der Erklärung einer Amnestie für die Kollaborateure, die sich freiwillig stellten, im Mai (Israelnetz berichtete). Die beiden 43 und 49 Jahre alten Männer seien der „Spionage für eine feindliche Macht und des versuchten Mordes“ für schuldig befunden worden, heißt es in einer Mitteilung des Hamas-Innenministeriums.
Die beiden Hingerichteten seien beschuldigt worden, Israel mit Informationen beispielsweise zu militärischen Außenposten versorgt zu haben, meldet die Tageseitung „Yediot Aharonot“. Sie hätten außerdem die genaue Lage von Regierungsbüros und Produktionsstätten für Waffen weitergegeben. Diese seien dann von den israelischen Streitkräften angegriffen worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“ berichtet, laut den Vorwürfen hätten die beiden Männer mehr als zehn Jahre für Israel gearbeitet.
Seit die Hamas 2007 die Kontrolle über den Gazastreifen übernommen hatte, wurden insgesamt 16 Palästinenser wegen Spionage für Israel hingerichtet. Menschenrechtler sehen dadurch palästinensisches Recht verletzt. Dieses sieht vor, dass solche Fälle vom palästinensischen Präsidenten geprüft werden. Die Hamas erkennt die Legitimität des amtierenden Präsidenten Mahmud Abbas allerdings nicht mehr an, da dessen Amtszeit Anfang 2009 endete und es bislang keine Neuwahlen gab. Erst in der vergangenen Woche hatte die EU die jüngst im Gazastreifen verhängten Todesurteile kritisiert und die Hamas dazu aufgefordert, die Urteile nicht zu vollstrecken.