Clinton erinnerte bei seiner Festrede am Montagabend an Peres‘ Rolle im Friedensprozess. In Rechovot südlich von Tel Aviv sagte er laut der Onlinezeitung „Times of Israel“: „Wie auch Präsident Peres sehe ich keine Alternative zu einem palästinensischen Staat (…) Entwickelt eine Vision von der Zukunft, wie ihr sie euch wünscht, und unternehmt dann die notwendigen Schritte, um sie zu erreichen.“ Wer eine konkrete Vision von Frieden und Versöhnung habe, erreiche dies auch leichter. Israel genieße ein hohes Maß an internationaler Unterstützung. Trotz der schwierigen Sicherheitslage müsse das Land versuchen, sich mit seinen Nachbarstaaten zu arrangieren. Nicht außer Acht lassen dürfe man den demografischen Faktor: „Die Palästinenser bekommen mehr Babys“, sagte Clinton, „ihr müsst euch die Zukunft teilen“.
Stunden zuvor hatte Peres eine weitere Begegnung der besonderen Art: Die bekannte amerikanische Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand besuchte den Präsidentenpalast in Jerusalem. Streisand wird am 20. Juni ihr erstes Konzert in Israel geben (Israelnetz berichtete) und erhielt am Montag die Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität von Jerusalem. Streisands in ihrer frühen Kindheit verstorbener Vater war Förderer der Bildungseinrichtung. 1984 war die Oscar-Gewinnerin in Israel, um ein nach ihm benanntes Universitätsgebäude einzuweihen.
Peres ist ältester amtierender Staatschef der Welt
Schon Wochen vor seinem 90. Geburtstag ist Schimon Peres der älteste amtierende Staatschef der Welt. Die Feierlichkeiten wurden wegen der Sommerpause auf diese Woche vorverlegt. Am heutigen Dienstag findet ein großes Fest statt. Zu den weiteren prominenten Gästen gehört auch der ehemalige britische Premierminister Tony Blair sowie der frühere Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow.
Papst Franziskus gratulierte mit einem Telegramm, in dem er sich nochmals für den Besuch Peres‘ am Heiligen Stuhl im April bedankte. Peres hat das Präsidentenamt seit 2007 inne, in seiner Karriere war er zwei mal Premierminister, drei mal Außen-, und zwei mal Verteidigungsminister. Je einmal diente er als Finanz- und Transportminister. 2011 verstarb seine Frau Sonya, das Paar hat drei Kinder.
Die Kosten für die Feierlichkeiten betragen umgerechnet rund 2,3 Millionen Euro. Insgesamt werden etwa 5.000 Gäste aus dem Ausland erwartet.