Das katholische Kirchenoberhaupt empfing Elkin (Likud Beiteinu) und eine Delegation im Wohntrakt der päpstlichen Residenz. Er gab jedem seiner israelischen Besucher persönlich die Hand, schreibt die Tageszeitung „Ma‘ariv“.
Der Minister wiederholte gegenüber dem Papst die Einladung nach Israel, die bereits Staatspräsident Schimon Peres bei einer Audienz Ende April ausgesprochen hatte (Israelnetz berichtete). Franziskus bedankte sich und erwiderte, er habe wirklich vor, das Heilige Land zu besuchen. In dem Gespräch ging es um die Verhandlungen zwischen Israel und dem Vatikan über den territorialen Status der Kirchen in Jerusalem. Der Papst dankte der Gesandtschaft für ihren diesbezüglichen Einsatz und bekundete die Hoffnung, dass ein Vertrag bald unterzeichnet werden könne. Als Geschenk erhielt Franziskus ein Silberrelief von der israelischen Hauptstadt.
Treffen mit Außenministerin Bonino
Vor der Audienz war Elkin in Rom mit der italienischen Außenministerin Emma Bonino zusammengekommen. Der israelische Politiker übermittelte eine Botschaft von Regierungschef Benjamin Netanjahu: „Premierminister Netanjahu ist bereit, jederzeit an den Verhandlungstisch mit den Palästinensern zurückzukehren, ohne Vorbedingungen. Man muss den Palästinensern klarmachen, dass jeder einseitige Prozess den Friedensprozess verzögert. Jedes einseitige Gesuch an die UN-Einrichtungen entfernt uns in der Tat von den Verhandlungen und zeigt, dass es auf der anderen Seite keinen echten Partner gibt.“
Zur derzeit in der EU diskutierten Kennzeichnung israelischer Produkte aus Judäa und Samaria sagte Elkin, ein solcher Schritt sei unangemessen. Denn Europa ignoriere andere Konfliktregionen. Auch wäre die Maßnahme nutzlos, weil letztlich Zehntausende palästinensische Angestellte dadurch ihre Arbeitsplätze verlieren würden.
Weitere Themen waren der Iran, die Lage in Syrien und die Bestrebungen, die Hisbollah auf die Terrorliste der Europäischen Union zu setzen.
Das italienische Außenministerium betonte nach dem Treffen in einer Mitteilung die sehr positive Entwicklung der Beziehungen. Diese zeige sich nicht zuletzt in den Regierungskonsultationen, die für dieses Jahr in Italien geplant sind. Im Bereich der Wirtschaft merkte das Ministerium an: „Italien ist Israels viertgrößter Importeur und an neunter Stelle bei den Exporteuren in der Welt.“ Thematisiert wurde auch die Teilnahme des jüdischen Staates an der Expo 2015 in Mailand.