„Anders als noch vor 70 Jahren kann Israel sich heute selbst verteidigen“, sagte Netanjahu am Dienstagvormittag. „Heute haben wir unseren eigenen Staat und unsere eigene Armee. Wir müssen niemanden mehr darum bitten, uns zu retten, wir verteidigen uns selber“, zitiert ihn die Zeitung „Jerusalem Post“. Nach Besichtigung des Viertels traf sich der israelische Regierungschef mit dem Bürgermeister von Schanghai, Yang Xiong. Bei den Gesprächen ging es um die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Israel und China.
Bereits am Montag traf Netanjahu mit israelischen Geschäftsleuten zusammen, die in Schanghai produzieren oder handeln. Beim Besuch eines Technologieparks habe er festgestellt, dass zahlreiche israelische Firmen gute Beiträge zur dortigen Entwicklung leisten könnten. Der Industriestandort entwickelt unter anderem alternative Energien, Computer sowie Technologie für die Luft- und Raumfahrt. Netanjahu besuchte auch eine Pharma-Fabrik.
„4-Punkte-Plan“ für den Frieden
Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte am Montag bei Gesprächen mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas einen „4-Punkte-Lösungsvorschlag“ für den Nahostkonflikt präsentiert. Dazu gehörten das Festhalten an der Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates sowie der Idee, dass Verhandlungen der einzige Weg zu einer Einigung sind. Auch solle das Prinzip „Land gegen Frieden“ fortgesetzt werden, berichtet „Radio China International“. Xi habe bekräftigt, dass das Existenzrecht Israels und dessen Sicherheitsinteressen respektiert werden müssten. Abbas bezeichnete die Gespräche mit Xi vor seiner Abreise als einen „großen Erfolg“.
Am Mittwoch wird Netanjahu in Peking zu Beratungen mit Chinas Führungsspitze erwartet. Beobachter rechnen damit, dass China bei den Gesprächen Kritik an den israelischen Luftschlägen gegen Syrien üben wird. „Wir sind gegen den Einsatz von Gewalt und der Meinung, dass die Souveränität eines jeden Staates respektiert werden soll“, ließ das chinesische Außenministerium dazu bereits verlauten.