Nach den Gesprächen des amerikanischen Ministers mit Netanjahu und Abbas wurden keine offiziellen Stellungnahmen veröffentlicht. Ein ranghoher US-Vertreter sagte der Tageszeitung „Ha‘aretz“, Kerry und auch Präsident Barack Obama hätten von beiden Seiten vertrauensbildende Maßnahmen gefordert. Die beiden Politiker akzeptierten keine Vorbedingungen für Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern.
Obama habe bei seinem am Freitag beendeten Besuch in Israel und dem Westjordanland Netanjahu aufgerufen, palästinensische Häftlinge freizulassen und weitere Straßensperren abzubauen. Anders als 2009 habe er jedoch keinen Siedlungsbaustopp gefordert, sagte der amerikanische Vertreter. Abbas wiederum sei nahegelegt worden, keine Prozesse gegen Israel vor dem Internationalen Gerichtshof anzustrengen, weitere einseitige Aktionen vor der UNO zu vermeiden und gegen die anti-israelische Hetze in palästinensischen Medien vorzugehen.
„Wir sähen gerne, dass die Palästinenser den Eindruck haben, dass es eine israelische Regierung gibt, die ihnen einen größeren Zugang zu wirtschaftlichen Möglichkeiten gewährt“, zitiert „Ha‘aretz“ den Amerikaner. Außerdem „würden wir gerne eine Palästinensische Autonomiebehörde sehen, die wieder in Verhandlungen investiert statt in die Sorte einseitiger Aktion, wie wir sie bei der UNO gesehen haben“.