Der vorläufige Obduktionsbericht des am vergangenen Samstag verstorbenen inhaftierten Palästinensers Dscharadat wurde am Donnerstag vom Gesundheitsministerium freigegeben. Rippenbrüche und Blutergüsse seien typisch für Menschen, bei denen man Reanimationsversuche vorgenommen habe. Im Fall von Dscharadat hatten Ärzte vor Ort eine knappe Stunde versucht, ihn wiederzubeleben.
Hinweise auf eine Vergiftung oder den Einfluss physischer Gewalt gegen Dscharadat gab es laut dem Bericht nicht. Zusätzlich zu dem forensischen Institut habe auch die Polizei sowie ein Richter Ermittlungen durchgeführt, wie es bei allen Todesfällen von Häftlingen der Fall sei. Weil die bisherigen Obduktionsergebnisse keine Erkenntnisse für eine etwaige Todesursache zuließen, würden weitere Untersuchungen am gerichtsmedizinischen „L. Greenberg Institut“ durchgeführt.
Von palästinensischer Seite waren nach dem Tod am Samstag umgehend Stimmen laut geworden, nach denen der zweifache Familienvater infolge von Folter gestorben sei. Palästinenser hatten die Vorwürfe in der zurückliegenden Woche häufig wiederholt. Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, forderte eine internationale Untersuchung. Wie die Zeitung „Jerusalem Post“ berichtet, hatte Israels Minister für Innere Sicherheit Jitzhak Aharonovitch am Montag geäußert, er würde es begrüßen, wenn internationale Beobachter prüften, wie Israel den Vorgang untersucht habe.
Dscharadats Tod hatte für heftige Auseinandersetzungen im Westjordanland gesorgt (Israelnetz berichtete).