Die Regierung in Ramallah habe trotz der finanziellen Krise der PA beschlossen, den palästinensischen Flüchtlingen zu helfen, sagte Fajjad in seiner wöchentlichen Radioansprache. Anlass sei der Besuch einer Delegation der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) in syrischen Flüchtlingslagern Anfang des Monats gewesen. „Es wurde entschieden, eine Million Dollar bereitzustellen, um unseren Leuten in ihren Flüchtlingslagern beizustehen, bis die zuständigen internationalen Einrichtungen die benötigten Dienste wieder zur Verfügung stellen.“
Der Politikwissenschaftler der „Bir Seit-Universität“ in Ramallah, Bassim Isbidi, legte gegenüber der Onlinezeitung „Times of Israel“ dar, die Unterstützung sei vor allem symbolisch zu verstehen. Der Schritt sei eine Antwort auf die Bedürfnisse der palästinensischen Öffentlichkeit. „Diese Hilfe kommt nach Jahren der Vernachlässigung von Seiten der PLO. Viele Palästinenser sind ärgerlich auf die PLO, weil sie nicht mit Palästinensern in Verbindung tritt, die im Ausland leben.“
Eine Million Dollar (760.000 Euro) pro Monat wären nach Ansicht des Politologen nur ein Tropfen im Ozean. Die palästinensischen Flüchtlinge in Syrien fielen zwischen alle Stühle. Sie würden weder von Katar unterstützt, das sich um syrische Flüchtlinge kümmert, noch vom Iran, der das Assad-Regime fördert.
Nach Angaben der „Times of Israel“ sind etwa eine halbe Million Menschen in Syrien beim Hilfswerk der UNO für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) registriert. Viele mussten wegen der gewaltsamen Auseinandersetzung im Land ihre Häuser verlassen.