Rupert Murdoch entschuldigt sich für „Sunday Times“-Cartoon

LONDON (inn) – Der Medienmogul Rupert Murdoch hat sich für den am Sonntag in der britischen Zeitung „Sunday Times“ veröffentlichten Cartoon entschuldigt. Die Zeichnung zeigt einen blutrünstigen israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu.
Medienmogul Murdoch hält den umstrittenen Cartoon für "grotesk und beleidigend". Im Bild: Rupert Murdoch mit seiner Ehefrau Wendi.

Der Cartoon war in Israel und bei jüdischen Organisationen vor allem deshalb auf Kritik gestoßen, weil er am internationalen Holocaust-Gedenktag veröffentlicht worden war (Israelnetz berichtete).
Murdoch schrieb nun über den Online-Dienst Twitter, der verantwortliche Künstler Gerald Scarfe gebe nicht die Ansichten der Herausgeber wieder. „Ungeachtet dessen sind wir eine große Entschuldigung für den grotesken und beleidigenden Cartoon schuldig“, so der 81-jährige Murdoch laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
„News International“, britischer Ableger von Murdochs US-amerikanischem Medienkonzern „News Corporation“ und Herausgeber der „Sunday Times“, teilte dem Bericht zufolge mit, Scarfe stehe derzeit nicht für einen Kommentar zur Verfügung.
Martin Ivens, der kommissarische Chefredakteur der „Sunday Times“, teilte unterdessen mit, weder er noch andere mit der Zeitung verbundene Mitarbeiter wollten die Erinnerung an die Holocaust-Opfer beschmutzen oder irgendwelche Ritualmordlegenden aufleben lassen. „Die Zeitung und auch ich als Kolumnist haben lange stark für die Verteidigung Israels und seiner Sicherheitsbelange geschrieben“, so Ivens. Er sei durch die Reaktionen jedoch an die Empfindlichkeit dieser Sache erinnert worden und werde das künftig sorgfältig im Kopf behalten.
Rivlin beschwert sich bei britischem Parlamentssprecher
Über den Cartoon hatte sich am Montag auch Israels Parlamentssprecher Reuven Rivlin beschwert. In einem Brief an seinen britischen Amtskollegen John Bercow schrieb er: „Für das Volk Israel ist das ein Cartoon, der den dunklen Journalismus zurückruft, aus einer der dunkelsten Perioden der Menschheit.“ Als Demokrat befürworte er politische Kritik, aber mit der Veröffentlichung dieses Cartoons am Sonntag seien die Grenzen der freien Meinungsäußerung überschritten worden. Berechtigte Kritik sei durch Vorurteile beeinflusst worden, so der Knessetvorsitzende. Er sei enttäuscht darüber, dass die Veröffentlichung solch einer Zeichnung im modernen Großbritannien möglich war.

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