„Heute hören wir einige sagen, lasst uns mit der Zweistaaten-Lösung für den palästinensisch-israelischen Konflikt abwarten und schauen. Sie sagen, die Zeiten sind zu unsicher und es gebe andere Prioritäten – ‚lasst uns einfach warten‘ –, aber die heutigen beispiellosen Bedrohungen unserer regionalen und globalen Stabilität und Sicherheit warten nicht“, sagte Abdullah II. laut der Netzzeitung „Times of Israel“ in seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum.
Die nächsten vier Jahre von Obamas Amtszeit seien eine Gelegenheit, um die Zweistaaten-Lösung umzusetzen. „Wenn wir es nicht in den nächsten vier Jahren in Ordnung bringen, glaube ich nicht, dass es jemals passieren wird“, so der Monarch weiter.
Abdullah II. rief die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, sich den Forderungen seines Landes anzuschließen und die Palästinenser und Israel zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zu drängen. Jordanien habe im vergangenen Jahr immer versucht, „die Atmosphäre zwischen Israelis und Palästinensern positiv zu halten“.
Am Rande des Weltwirtschaftsforums traf sich Abdullah II. unter anderem mit dem israelischen Präsidenten Peres. In dem Gespräch ging es vor allem um den festgefahrenen Friedensprozess im Nahen Osten. Nähere Details wurden laut der Tageszeitung „Ha‘aretz“ nicht bekannt gegeben.
Peres war am Donnerstag in Davos eingetroffen. Im Plenum sprach er über den Atomstreit mit dem Iran, die Lage im Nahen Osten und die Veränderungen in der Region. Hinsichtlich der Neuwahlen in Israel erklärte das Staatsoberhaupt: „Wir begrüßen die Wahlen in Israel. Im Moment können wir nicht sagen, in welche Richtung sich die neue Regierung bewegt, und wer Teil von ihr wird.“