Weltbank: Grünes Licht für Totes-Meer-Kanal

WASHINGTON / AKABA (inn) – Ein Kanalsystem zwischen Totem Meer und Rotem Meer ist umsetzbar. Das hat die Weltbank in mehreren Gutachten festgestellt. Umweltschützer sehen das Projekt jedoch weiterhin kritisch.
Wasser satt: Aus Sicht der Weltbank ist der Bau eines Kanals vom Roten Meer zum Toten Meer möglich.

Vergangenes Wochenende veröffentlichte die Weltbank mehrere Gutachten, berichtet die Zeitung „Ha‘aretz“. Demnach spricht aus ökologischer, wirtschaftlicher und bautechnischer Sicht nichts gegen die Wasserverbindung.
Mit dem Bauvorhaben sind mehrere Ziele verbunden. Zum einen geht es darum, zu verhindern, dass der Wasserpegel des Toten Meeres weiter sinkt. Pumpen nahe des jordanischen Akaba sollen das Wasser durch ein Kanalsystem ins Tote Meer befördern. Auch die Süßwassergewinnung durch Entsalzungsanlagen wäre möglich. Durch den Höhenunterschied von 400 Metern zwischen den beiden Gewässern kann das Wasser auch zur Stromerzeugung eingesetzt werden.
Dem Plan der Weltbank zufolge würden jährlich 10 Milliarden Kubikmeter Wasser aus dem Roten Meer gepumpt. Das meiste davon soll das Tote Meer erreichen. Die Kosten des Projekts bezifferte die Weltbank auf umgerechnet 7,5 Milliarden Euro.
Mit dem Vorhaben seien auch Umweltschäden verbunden. So käme es im Toten Meer zur Algenbildung. Durch undichte Stellen in der Leitung könnte Salzwasser auslaufen und den Salzgehalt im Grundwasser-Reservoir der Arawa-Senke erhöhen. Diese Probleme seien jedoch zu bewältigen. Aus Sicht der Umweltgruppe „Freunde der Erde im Nahen Osten“ legten diese Probleme jedoch nahe, dem Projekt endgültig eine Absage zu erteilen.
Die Weltbank empfahl, mit einem kleinen Pilotprojekt zu beginnen, auch wenn so die Folgen für die Umwelt nicht völlig abzuschätzen seien.
Die Idee für eine Wasserverbindung zwischen Totem Meer und Roten Meer kam erstmals im 19. Jahrhundert auf. Schon damals spielten Aspekte der Energiegewinnung eine Rolle, der Kanal war aber auch als Verkehrsweg im Gespräch. Die aktuelle Studie geht auf ein Abkommen zwischen Israel, Jordanien und der Palästinensischen Autonomiebehörde zurück, die Möglichkeiten eines Kanals zu erkunden. Die Weltbank unterstützte die Zusammenarbeit.

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