„Wir stehen an der Seite unserer Freunde in Israel. Israel hat das Recht, sich selbst und seine Bevölkerung zu verteidigen“, sagte Westerwelle in Jerusalem. Er sprach am Dienstag zunächst mit Israels Staatspräsident Schimon Peres, dann mit Premierminister Benjamin Netanjahu. Der deutsche Außenminister forderte von beiden Konfliktparteien Bemühungen, um einen raschen Waffenstillstand zu erreichen – Voraussetzung hierfür sei ein Ende des Raketenbeschusses durch die Hamas. Westerwelle widersprach Darstellungen, wonach dieser Raketenbeschuss erst nach der Tötung des Hamas-Militärchefs Achmed al-Dscha‘abari begonnen habe.
Die Nachrichtenagentur AFP berichtet, dass Peres und Netanjahu zu einer diplomatischen Lösung bereit seien. Netanjahu habe erklärt, dass Deutschland dabei „eine sehr konstruktive Rolle“ spielen könne.
Peres bedankte sich beim Gespräch mit Westerwelle für die deutsche Solidarität und erklärte: „Wir müssen das Schießen beenden und versuchen, wieder Hoffnung auf einen Frieden im Nahen Osten zu bekommen.“ Unter den Palästinensern gebe es jedoch eine verrückte und fanatische Fraktion, die gegen grundsätzliche Menschenrechte verstoße – beispielsweise die Hamas.
Zum Ende seiner Nahostreise traf sich Westerwelle in Ramallah mit Palästinenserpräsident Abbas. Palästinensische Kreise hatten zuvor der Bundesregierung eine „oberflächliche und einseitige“ pro-israelische Haltung vorgeworfen. Abbas‘ persönlicher Berater, Abdallah Frangi, sagte gegenüber der „Rheinischen Post“: „Frau Merkel sieht zwar ein Recht Israels zu agieren, aber offensichtlich sieht sie nicht die Bilder aus dem Gazastreifen“, wo die Zerstörungen verheerend seien. Deutschland habe seine Chance verloren, als Vermittler aufzutreten – daher werde auch Westerwelles Besuch „kein Gewicht“ beigemessen. „Wenn man so einseitig pro-israelisch handelt, bleibt der Einfluss gering“, so Frangi.
Bereits am Montagabend war Westerwelle mit seinem israelischen Amtskollegen Avigdor Lieberman zusammengetroffen. Bei den Beratungen sei es insbesondere um die Rolle Ägyptens gegangen, berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“.