Mit den neun neuen Toten über Nacht steige die Zahl der Toten auf palästinensischer Seite auf 39, schreibt „Ma‘an“. Auf israelischer Seite habe es seit Beginn der Kämpfe drei Tote gegeben. Die israelischen Verteidigungskräfte melden, sie hätten seit Mitternacht über 200 Ziele in Gaza getroffen. Von palästinensischer Seite seien mindestens 130 Raketen abgeschossen worden. Seit Mittwoch, dem 14. November, seien es insgesamt 490 Raketen gewesen. Von israelischer Seite hätte es seit Beginn der Kämpfe mindestens 700 Raketenabschüsse gegeben. Die Beschüsse gehen unterdessen weiter.
In Aschdod wurden durch die Raketen aus Gaza ein Apartment-Gebäude und drei Häuser beschädigt. Es gebe dort 10 verletzte Israelis, schreibt die Online-Tageszeitung „Times of Israel“.
„Israel steht nicht über dem Völkerrecht“
Nach dem Solidaritätsbesuch des ägyptischen Premierministers, Hischam Kandil, im Gazastreifen am Freitag, besuchte am heutigen Samstag der tunesische Außenminister Rafik Abdesslem den Küstenstreifen. Er betonte laut „Ma‘an“: „Was Israel tut, ist nicht legitim und in keinem Fall akzeptabel.“ Israel solle begreifen, dass es keine „freie Handhabe“ besitze. „Es hat keine totale Immunität und es steht nicht über dem Völkerrecht.“
Raketenabwehrsystem bei Tel Aviv installiert
Unterdessen installierte Israel in der Nähe von Tel Aviv ein Raketenabwehrsystem. Das System „Iron Dome“ ist auch mit der Unterstützung der USA entstanden. Dafür bedankte sich der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bei dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Es hätte „unzähligen Israelis das Leben gerettet“. Kurz nach der Inbetriebnahme schoss das Abwehrsystem am Samstagabend eine Rakete, die auf Tel Aviv zielte, ab. Insgesamt hätten die „Iron Dome“-Batterien an unterschiedlichen Stellen in Israel 245 Raketen abgewehrt, meldet das israelische Militär.
In mehreren Ländern gibt es Demonstrationen gegen die Kämpfe zwischen Israel und den Palästinensern. So protestieren beispielsweise in Kairo tausende Ägypter gegen den israelischen Angriff, meldet die „Times of Israel“.