Die israelische Armee bombardierte in der Nacht zum Freitag nach eigenen Angaben etwa 250 terroristische Ziele im Gazastreifen. Laut palästinensischen Quellen wurde auch das Innenministerium getroffen. Unter den Zielen waren das Haus eines ranghohen militärischen Vertreters der Hamas, eine Station der Wasserpolizei und ein Generator im Flüchtlingslager Schati. Dieser befand sich unweit des Hauses von Premierminister Ismail Hanije, schreibt die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
Nach Angaben der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ erlag am Donnerstag ein 18 Monate altes Kind seinen Verletzungen, die es bei einem Luftangriff nahe der ägyptischen Grenze erlitten hatte. Zudem wurde im Norden die Leiche eines 52 Jahre alten Mannes aus den Trümmern geborgen. Bei Angriffen am Freitag starben eine 22-jährige Palästinenserin und ein Hamas-Kämpfer. Seit Beginn der „Operation Wolkensäule“ kamen drei Israelis und etwa 20 Palästinenser ums Leben.
Mindestens zwei Raketen trafen Tel Aviv, ohne Schaden anzurichten. Der Islamische Dschihad übernahm die Verantwortung für den Beschuss der israelischen Küstenmetropole. Sie habe eine Rakete vom Typ „Fadschr-5“ abgefeuert. Aus Kreisen um Regierungschef Benjamin Netanjahu hieß es laut der „Yediot Aharonot“, das Kabinett habe bei seiner Entscheidung für den Militäreinsatz Angriffe auf Tel Aviv mit in Betracht gezogen. Zum Zeitpunkt des Beschusses hielt sich der Regierungschef im Hauptquartier der Armee in der Stadt auf und suchte Zuflucht in einem Bombenschutzraum.
Das Abwehrsystem „Eiserne Kuppel“ hat seit Mittwoch ungefähr 100 Raketen abgefangen, die auf israelische Städte gerichtet waren.