Israelischer Wissenschaftler in Frankfurt ausgezeichnet

FRANKFURT/MAIN (inn) – Der israelische Wissenschaftler Yossi Leshem hat am Dienstag den Bruno H. Schubert-Preis in Frankfurt am Main erhalten. Ausgezeichnet wurde er für seine Studie und Initiative zum Vogelschutz.
Glücklicher Preisträger: Yossi Leshem.

Leshem erhielt den Preis in der Kategorie 1, welche mit 25.000 Euro dotiert ist. In dieser Rubrik wird eine Persönlichkeit der Wissenschaft, der Publizistik oder des praktischen Naturschutzes geehrt, die sich um die Erhaltung der Natur und Umwelt, insbesondere der Tierwelt, in hervorragender Weise verdient gemacht hat.
Leshem wurde der Preis für seine ornithologischen Studien und Initiativen zum Vogelschutz verliehen. Er arbeitete bei diesem Projekt mit der Luftfahrt und dem israelischen Militär zusammen. Ziel war es, den Vogelschlag und den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zu reduzieren. Letzteres soll erreicht werden, indem man Eulen und Falken als biologisches Pflanzenschutzmittel einsetzt, wie die „Jerusalem Post“ berichtet. Seine Initiative war landesübergreifend und wurde in Israel, wo sich 30.000 Schüler an dem Projekt beteiligten, den palästinensischen Gebieten und Jordanien durchgeführt.
Bereits beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel an der Universität von Tel Aviv 2011 hatte Leshem ihr gegenüber dargestellt, wie gut die Zusammenarbeit mit den Palästinensergebieten und Jordanien seit dem Projektstart 1998 verlief. Laut der Bruno H. Schubert-Stiftung war die Erforschung des Vogelzuges, der sich über drei Länder erstreckte, ein Beitrag zum Frieden in der Region.
Inzwischen arbeitet der 65-Jährige an einem gemeinsamen Forschungsprojekt der israelischen Luftwaffe, der Universität Tel Aviv und der „Gesellschaft für Naturschutz in Israel“ (SPNI). Gemeinsam ist es ihnen gelungen, die Anzahl von Vogelschlägen um 76 Prozent zu senken und somit 860 Millionen US-Dollar zu sparen.
Über seinen Besuch in Frankfurt sagte Leshem der „Jerusalem Post“, dass er sehr aufgeregt war. Der Grund: Seine Mutter war in der Stadt aufgewachsen, bevor sie von den Nazis im Dritten Reich vertrieben wurde. 1988 kehrte sie als Gast des Bürgermeisters nach Frankfurt zurück, als tausendste Jüdin. Sie wurde von ihm mit einem Blumenstrauß und einem Orchester empfangen. Zudem gab es eine Zeremonie im Kaisersaal im Römer- dem gleichen Ort, an dem Leshem sein Preis überreicht wurde.
Der im Zweijahresrhythmus vergebende Bruno H. Schubert-Preis ist der höchstdotierte private Umweltpreis Deutschlands. Insgesamt wird der Preis in drei Kategorien verliehen. Preisträger der Kategorie 2 sind Personen, die herausragende Einzelleistungen auf dem Gebiet der Erhaltung der Natur und Umwelt erbracht haben. Sie erhalten 30.000 Euro zu je gleichen Teilen. Junge Menschen (Höchstalter 25 Jahre) oder Gruppen junger Menschen, die sich durch ihre praktische Arbeit um die Erhaltung der Natur und Umwelt verdient gemacht haben, werden in der dritten Kategorie ausgezeichnet. Hier beträgt das Preisgeld 15.000 Euro, auch zu gleichen Teilen.

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