„Meine Intention war nicht, grundlos eine Kontroverse auszulösen. Ich wollte den Leuten dieses politische Phänomen vor Augen führen“, sagt der Regisseur in einem Gespräch mit der Onlinezeitung „Times of Israel“. Es gebe in den palästinensischen Gebieten kein Gesetz, das Homosexualität verbietet, es gebe aber auch kein Gesetz, das sie legitimiert. „Es gibt keinen arabischen Staat, der sie legalisiert. (…) Technisch gesehen, war sie in Israel bis 1988 illegal.“
Es gebe keine Art von Schutz für Schwule. „Die Traditionen der konservativen Familien – und es sind große Stämme – sehen dies als Demütigung der Familienehre an“, erklärt Mozer laut „Times of Israel“. Aufgrund der Situation in den isolierten Gebieten, verbreiteten sich Gerüchte schnell. „In solchen Fällen haben diese Menschen keinen Ort, an den sie flüchten können, wenn sie im Westjordanland oder im Gazastreifen sind, besonders im Gazastreifen.“
Homosexuelle verdächtigt, für Mossad zu arbeiten
„Jede Art von Homosexualität wird als Einfluss des Westens oder von Israel gesehen. Jeder Schwule wird verdächtigt, mit dem israelischen System zusammenzuarbeiten,“ meint der Regisseur. Er führt das Beispiel von Abdu an, der auch im Film mit dem englischen Titel „The invisible men“ zu sehen ist. Die Homosexualität werde so wahrgenommen, „als wärst du gegen die Norm der palästinensischen Identität“.
Der Film zeigt den inneren Konflikt der Betroffenen, die ihre Familie verlassen. Auch zeige der Streifen, dass einige Protagonisten mit Hilfe einer Nicht-Regierungsorganisation nach Europa gehen. Dort seien sie frei, aber fremd.
Der Film erhielt bereits mehrere Preise, unter anderem dieses Jahr den „Special Jury Award“ bei der Doc Aviv in Tel Aviv. Aktuell wird der Dokumentationsfilm auf Festivals in den USA gezeigt. Wann und ob der Film in Deutschland gezeigt wird, ist noch nicht bekannt. „The invisible men“ ist nicht die erste Dokumentation für Regisseur Mozer. Im Jahr 2009 veröffentlichte er beispielsweise seinen Film „My first war“ (Mein erster Krieg) über den Libanonkrieg. Dieser wurde auch auf Arte ausgestrahlt.
Der Trailer, Bilder und weitere Informationen zur Dokumentation sind auf der englischsprachigen Internetseite zu finden: www.theinvisiblemenfilm.com