Nach der Geburt ihrer Kinder setzen 54 Prozent der israelischen Frauen die Prioritäten anders. Ihnen ist dann die Familie wichtiger als die Karriere. Das zeigt eine vor kurzem veröffentlichte Studie von „Young Na‘amat“, einem Leiterschaftsprogramm für Ehrenamtliche, unterstützt von der Frauenorganisation „Na‘amat“.
Im Gegensatz zu den Frauen legen nur 12 Prozent der Ehemänner ihren Schwerpunkt auf die Familie. Die Studie ergab auch, dass die Aufgabenverteilung der Eltern bei der Betreuung der Kinder zunehmend ungleich ausfällt, je höher das Einkommen ist. Außerdem bezeichnen etwa 56 Prozent der Mütter ihre Hoffnungen und Erwartungen im Familien- und auch im Berufsleben als unerfüllt. Das schreibt die Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Im Einzelnen zeigte die Erhebung, dass 18 Prozent der Frauen nach der Geburt ihrer Kinder weniger Stunden pro Woche arbeiten. 11 Prozent kündigen ihren Arbeitsplatz vorübergehend und 7 Prozent suchen sich eine andere Arbeit, damit sie sich besser um ihre Kinder kümmern können.
„Die Studie zeigt, dass sich immer noch die Frauen hauptsächlich sowohl um den Haushalt als auch um die Kinder kümmern und sich zu Kompromissen in Bezug auf ihre beruflichen Erfolge gezwungen fühlen“, sagte Orly Bitty, Aufsichtsratsmitglied und Gründerin von „Young Na‘amat“.
Für das Ergebnis wurden 500 israelische Frauen befragt, die mindestens ein Kind im Alter von zehn Jahren oder jünger haben.