„Willkommen in Israel und seiner alten Hauptstadt Jerusalem“, begrüßte Peres seinen Gast in der Residenz des israelischen Präsidenten. „Bulgarien ist ein echter Freund Israels, der vor 70 Jahren tätig war, um die Juden zu retten und infolge des Terroranschlags in Burgas letzten Juli Israel beistand. Ich möchte Ihnen, Ihrem Volk und der bulgarischen Regierung für die Unterstützung und Hilfe danken, die Sie den Verwundeten haben zukommen lassen.“ Bei dem Selbstmordanschlag waren fünf Israelis, der bulgarische Busfahrer und der Attentäter ums Leben gekommen (Israelnetz berichtete).
Peres sagte laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums, Plewneliews Besuch in Jerusalem sei die beste Antwort auf Terror und Extremismus im Nahen Osten. Dasselbe gelte für die Treffen mit israelischen Politikern und die erhöhte strategische Zusammenarbeit. Von den Balkanstaaten könne man viel lernen. Denn Staaten, die Hass und Krieg gekannt hätten, seien Freunde geworden und hätten die Region friedlich und stabil gemacht. „Ich sehe den Fall des Balkans und werde ermutigt – genau wie die Balkanstaaten eine positive Veränderung durchlebt haben, können wir alle für eine bessere Zukunft für den Nahen Osten tätig sein.“
Plewneliew nannte es eine Ehre, in Israel zu sein. Es sei ein wunderbares Land. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern bezeichnete er als positiv. Bulgarien strebe danach, Israels Partner zu sein. Denn es sei sehr innovativ. Vor zehn Jahren habe der bilaterale Handel bei 50 Millionen Dollar gelegen, heute umfasse er 360 Millionen Dollar. Diese Zahlen sehe er als Beginn des Prozesses und hoffe auf weiteres Wachstum.
Treffen mit Lieberman
Der bulgarische Staatspräsident kam am Montag zudem mit dem israelischen Außenminister Avigdor Lieberman zusammen. Das Treffen, an dem auch der bulgarische Außenminister Nikolai Mladenow teilnahm, sollte der Stärkung der beiderseitigen Beziehungen und Kooperation dienen. Zudem streben die Beteiligten nach einem Rahmen für regionale Zusammenarbeit, an der auch andere Länder mitwirken sollen.
Lieberman äußerte seine Besorgnis darüber, dass sich der syrische Konflikt auf? Nachbarländer ausweite. Dies könne einen regionalen Umsturz bewirken. Die jüngsten Vorfälle im Libanon etwa seien eine Folge des innersyrischen Konfliktes. Wenn er nicht bald gelöst werde, könnten diese „sekundären Stoßwellen“ zu einem riesigen „regionalen Erdbeben“ werden, warnte der israelische Minister.