Ausstellung beleuchtet Herodes

JERUSALEM (inn) – Im Jerusalemer Israel-Museum wird ab dem 12. Februar eine weltweit erste Ausstellung dem berühmt-berüchtigten biblischen König Herodes gewidmet. Herodes war einer der größten Bauherren aller Zeiten. Er hat den Tempel in Jerusalem, die Burg auf Massada, das Herodion, den Palast in Jericho, den Hafen von Caesarea und vieles mehr gebaut.
Das Israel-Museum in Jerusalem will im Februar eine Ausstellung über Herodes eröffnen.

Auf der 400 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche im Museum werde das 2008 von Professor Ehud Netzer entdeckte Grab des Herodes auf dem Herodion mitsamt seinem Sarkophag rekonstruiert und erstmals öffentlich vorgestellt werden. Das sagte der Kurator Dodi Mevorach bei einem Archäologiesymposium in Jerusalem.
In enger Kooperation zwischen den Ausgräbern und Mitarbeitern des Israel-Museums seien Tausende Fundstücke, teilweise tonnenschwer, direkt vom Herodion ins Museum gebracht worden. Dort wurden Stuckdecken und Fragmente von Secco-Wandmalereien aus dem „Privattheater“ des Herodes in mühseliger Puzzle-Arbeit wieder zusammengefügt und restauriert.
Die wunderbar geschmückte königliche Loge des Herodes sei erstaunlich gut erhalten geblieben. Denn der König ließ sie angeblich nur aus Anlass eines Staatsbesuches aus Rom errichten und kurz danach wieder zuschütten, um neben dem Theater sein monumentales Mausoleum zu errichten.
Von dem Mausoleum steht nur noch das fein gemeißelte steinerne Podest. Aber die Säulen und Verzierungen, sowie der mutwillig zertrümmerte Sarkophag des Herodes aus rötlichem Sandstein sind alle in situ (an Ort und Stelle) gefunden worden. Dadurch kann das Bauwerk vollständig wieder rekonstruiert werden.
Mevorach sagte bei dem Symposium, dass im Museum das Staatsbegräbnis des Königs nachgestellt werden solle. Das Staatsbegräbnis ist vom römisch-jüdischen Historiker Josefus Flavius bis ins letzte Detail beschrieben worden. Dabei wurde auch erwähnt, dass Legionäre aus „Gallien und Germanien“ das Ehrenspalier stellten, als der König auf einer goldenen Bahre zum Mausoleum getragen wurde. Ein israelischer Archäologe bei der Tagung sagte auf Anfrage, dass in der Begräbnisbeschreibung auch Thraker erwähnt worden seien. Obgleich keine typischen Waffen oder Uniformen der Germanen oder Gallier (Franzosen) gefunden worden seien, habe man Waffen der Thraker gefunden. Deshalb gelte die Beschreibung des Flavius als historisch echt und zuverlässig.
Herodes wird im Neuen Testament im Zusammenhang mit einem Kindermord in Bethlehem erwähnt. Doch viele moderne Forscher halten diese Geschichte für reine Propaganda gegen Herodes, wie auch andere gehässige Berichte über ihn. Zweifellos sei Herodes grausam gewesen und habe im Rahmen von Machtkämpfen auch Familienangehörige ermordet. Doch das sei damals sehr verbreitet gewesen in den Herrschershäusern. Zu Jesu Zeit sei Bethlehem ein winziges Dorf gewesen, sodass der Bericht im Neuen Testament von vielen Wissenschaftlern als übertrieben eingestuft wird.
Herodes gilt wegen des Kindermordes in Bethlehem bei Christen als Inbegriff eines grausamen Königs. Aber auch bei den Juden war Herodes höchst umstritten und wurde angefeindet, obgleich er den Jerusalemer Tempel völlig erneuerte und den Tempelplatz erweiterte. Das berühmteste Zeugnis dieser Bauarbeiten ist die massive Umfassungsmauer des Tempelberges. Ein Teil der westlichen Umfassungsmauer wird „Klagemauer“ genannt, wo die Juden in nächster Nähe zu dem für sie unzugänglichen Allerheiligsten auf dem Tempelberg beten.

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