„Dieser Besuch ist für uns sehr aufregend und wichtig“, sagte Ogenia Schkolnik, eine Bewohnerin von Bror Hajil. Zehn Mitglieder der brasilianischen Gemeinschaft waren zu dem Treffen mit Patriota eingeladen. Schkolnik äußerte die Hoffnung, dass der Besuch des Ministers auch politisch von Nutzen sei. „Die brasilianischen Führer und die Medien sind sehr einseitig, wenn es um den Nahost-Konflikt geht“, sagte sie. Beide stünden auf Seiten der Palästinenser. Der Aufenthalt des Ministers bei den brasilianischen Emigranten in der Nähe von Gaza sei wichtig, um auch deren Sichtweise zu zeigen. „Wir glauben, dass die Leute in Brasilien nicht wissen, was wirklich in Israel passiert und deshalb ist Patriotas Besuch sehr ehrenvoll“, ergänzte Schkolnik.
Neben dem wirtschaftlichen Wachstum nahm in den vergangenen Jahren auch die diplomatische Kraft Brasiliens zu. Das Land ist auf dem Weg zur Weltmacht und bereits ein nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrats. Darauf weist die Tageszeitung „Yediot Aharonot“ hin.
Während seines Besuchs erhielt der Außenminister einen Brief des Kibbutz-Bewohners Natan Galkovich, dessen Tochter Dana im Jahr 2005 durch eine Kassam-Rakete der Hamas ums Leben gekommen war. Der Brief, der im Namen von 2.000 Bürgern mit brasilianischen Wurzeln geschrieben wurde, schloss die Forderung nach einer aktiveren Rolle Brasiliens im Nahost-Konflikt ein. Dabei solle das Land für keine Seite Partei ergreifen.
„Was diplomatische Beziehungen angeht, ist Brasilien auf dem Weg zu einer Weltmacht“, sagte Gelkovich, „und auch wir, obwohl wir im Ausland leben, haben großen Einfluss darauf, was durch Brasilien in der Welt geschieht. Wir hoffen, dass wir zusammen Probleme und Schwierigkeiten in der ganzen Welt lösen können.“
Patriota sagte den Mitgliedern des Kibbutz, er sei froh, eine Gemeinschaft zu sehen, die die brasilianischen Werte und die Kultur bewahre. „Ich habe mich gefreut, hier im Kibbutzmuseum brasilianisches Erbe und Musik zu finden; und den original Hammer des Präsidenten der UN-Hauptversammlung, Osvaldo Aranha, von 1948 zu entdecken, der die Gründung des Staates Israel unterstützte“, sagte Patriota. Außerdem sei es schön zu sehen, dass die Bewohner, die ihren eigenen Staat gründeten, dem Heimatland so verbunden seien.
Am Ende seines Besuches wünschte er Israels Fußballnationalmannschaft alles Gute für das WM-Qualifikationsspiel gegen Luxemburg am Dienstag. „Ich würde mich sehr freuen, Israel bei der Fußballweltmeisterschaft 2014 als Gast zu haben“, sagte er. Die Voraussetzungen sind gut, am Samstag hatten die Israelis in Luxemburg mit 6:0 gewonnen.