Am Montag reagierten eine jüdische und eine christliche Gruppe auf die islamfeindlichen Plakate, die die Organisation „American Freedom Defense Initiative“ um die Geschäftsführerin Pamela Geller veröffentlicht hatte (Israelnetz berichtete). Darin wurden Dschihadisten als „Wilde“ bezeichnet.
Die jüdische Organisation „Rabbis for Human Rights – North America“ hängte Plakate mit dem Text auf: „Bei der Wahl zwischen Liebe und Hass, wählt Liebe. Helft, die Intoleranz gegen unsere muslimischen Nachbarn zu stoppen.“ Der Verantwortliche der Gruppe, Rabbi Jill Jacobs, sagte gegenüber der „New York Times“: „Wir wollten klarmachen, dass wir direkt auf die anti-islamische Werbung antworten.“
„Geller glaubt, sie spreche für die gesamte jüdische Gemeinschaft. Wir sind eine Gruppe von 1.800 Rabbis und möchten, dass jeder weiß, dass wir mit der muslimischen Gemeinschaft partnerschaftlich zusammenarbeiten müssen“, sagte Jacobs. Man müsse sie ebenso wie alle anderen als Menschen anerkennen.
Die Plakate der christlichen Kommune „Sojourners“ lauteten schlicht: „Liebt eure muslimischen Nachbarn!“ Ihr Leiter Beau Underwood betonte, ein wesentlicher Aspekt des Christentums sei die Nächstenliebe. „Angesichts religiösem Extremismus ist das beste Vorgehen, die anderen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. Unsere Werbekampagne enthält eine einfache Botschaft, die der Kern unseres Glaubens ist“, sagte er.
Ihre Plakattafeln hatten die „Sojourners“ auch schon in Joplin, im US-Bundesstaat Missouri, veröffentlicht. Im August war dort eine Moschee angezündet worden. In einem Spendenaufruf der Gruppe heißt es: „Hasserfüllte, anti-islamische Werbung führt nur zu Gewalt, Hass und noch mehr Angst. Jeder – egal, welcher Rasse, Religion oder Überzeugung er angehört – verdient es, sich im öffentlichen Verkehr der USA sicher und willkommen zu fühlen.“ Die „Sojourners“ gründete der christliche Autor und Rechtsanwalt Jim Wallis. Sie setzen sich für soziale Gerechtigkeit ein. Wallis ist ein bekannter amerikanischer Prediger und Buchautor. Unter anderem veröffentlichte er die Autobiografie „The New Radical“ (1983), den Ratgeber „Faith Works“ (2000) und „The Great Awakening. Reviving Faith and Politics in a Post-Religious Right America“ (2008).
Trotz der Protestplakate sind in Washington, D.C., bereits weitere anti-islamische Plakate aufgetaucht. In den Bahnstationen der Stadt ist mittlerweile die gleiche Aufforderung zum Kampf gegen den Dschihad zu lesen, die schon in New York erschien.