Der Generalsekretär des Islamischen Dschihad, Ramadan Schallah, forderte in seinem Appell an die Besucher eine neue, landesweite Strategie. Das schreibt die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“. „Das Ziel der Palästinenser, durch Verhandlungen innerhalb der Grenzen von 1967 einen Staat zu errichten, wurde offensichtlich verfehlt“, sagte Schallah. 19 Jahre gescheiterter Verhandlungen hätten zu einer Krise geführt, die nicht durch weitere Verhandlungen oder gewaltlosen Widerstand gelöst werden könne.
Schallah betonte, dass der Islamische Dschihad alle Arten des Widerstandes unterstütze und bewaffnete Kämpfe nicht ausschließe. Dabei seien lokale Revolutionen ein „zweischneidiges Schwert“: Sie gäben den Palästinensern Hoffnung, aber arabische Länder seien zu sehr in eigene innenpolitische Angelegenheiten verwickelt, als dass sie die Palästinenser unterstützen könnten. Er ergänzte, dass es dem Gazastreifen unter der ägyptischen Übergangsregierung – nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak – nicht besser gegangen sei als zu dessen Regierungszeiten.
„Wir fordern niemanden auf, einen Krieg mit Israel zu beginnen. Aber wir müssen mindestens einen politischen Krieg zum Schutz Jerusalems und zum Schutz der Al-Aksa-Moschee führen“, äußerte sich der Generalsekretär.
Im Hinblick auf Syrien sprach sich Schallah für eine politische anstatt einer militärischen Lösung aus. Die Einheit des Landes müsse garantiert sein.
Der „Islamische Dschihad“ lehnt die Existenz Israels und Verhandlungen mit dem jüdischen Staat ab. Er ist unter anderem für den Bombenanschlag auf die US-Botschaft in der libanesischen Hauptstadt Beirut im April 1983 mit 63 Toten sowie für zahlreiche Bombenanschläge und Selbstmordattentate in Israel verantwortlich.