Unter den Schmierereien waren Sprüche wie „Jesus war ein Bastard“ und „Tag Mechir“ (Preisschild) auf Hebräisch, das Schlagwort rechtsradikaler israelischer Siedler im Westjordanland. Vor einigen Wochen hatten ähnliche Graffiti am Tor des Latrunklosters nahe dem traditionellen Emmaus weltweites Aufsehen erregt und offizielle Proteste der französischen Regierung sowie der katholischen Kirche ausgelöst.
Die Jerusalemer Stadtverhaltung hat schon in den Morgenstunden die Graffiti in Jerusalem wieder entfernt.
Die Benediktiner-Abtei Dormitio und die deutsche Botschaft in Tel Aviv waren zunächst für Redaktionen nicht erreichbar, zumal sowohl der Benediktinerabt wie der deutsche Botschafter gar nicht im Land sind. Mönche der Dormitio-Abtei haben jedoch die Angelegenheit „gelassen“ hingenommen, zumal sie nicht direkt betroffen waren, und für die deutsche Botschaft bestehe „kein Handlungsbedarf“, da es inzwischen keinen Deutschlandbezug mehr gebe. Ein Diplomat sagte, dass Extremisten aller Seiten sich mit Graffiti und Vandalismus gegen jüdische, christliche und muslimische Stätten hervortun.
Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat die Schmierereien verurteilt. „Das ist nicht der Weg des jüdischen Volkes. Solche Taten sind gegen den Staat Israel gerichtet. Wir werden uns mit derartigen Taten nicht abfinden. Wir müssen unser Volk rein halten und Anschläge auf andere Religionen und Völker verhindern.“ Oberrabbiner Jonah Metzger erklärte: „Das entspricht nicht unserem Glauben. Jedes Gotteshaus sollte respektiert werden.“
Die Polizei setzte eine Sonderkommission ein, um die Täter ausfindig zu machen und zur Rechenschaft zu ziehen, erklärte ein Polizeisprecher.
Den Anschlag auf das Kloster in Latrun hatte Premierminister Benjamin Netanjahu als „kriminellen Akt“ verurteilt und „harte Strafen“ für die Täter angekündigt. Doch bis heute ist niemand verhaftet worden.