Das Vertrauen in Blogs, Radio, Fernsehen und Presse ist von 51,8 Prozent im vergangenen Jahr um 5,5 Punkte auf 46,3 Prozent gesunken. Damit sind die Medien an zweitletzter Stelle der Institutionen, denen die Israelis vertrauen. Von 2006 an verließen sich mit Ausnahme von 2011 jedes Jahr weniger Menschen in Israel auf die öffentliche Berichterstattung. 2010 war mit 33,8 Prozent ein Tiefststand erreicht, berichtet die israelische Tageszeitung „Ha‘aretz“.
Jüdische Bewohner verorteten die Medien auf ihrer Vertrauensrangliste auf Platz neun, Araber auf Platz drei. Diejenigen, die sich als politisch eher rechts bezeichnen, gewähren ihnen weniger Vertrauen als die eher Linken.
Die nach eigenen Angaben säkularen Juden setzten die Medien auf Platz sieben, vor dem Premierminister, der Knesset und den politischen Parteien. Sowohl die Traditionellen aber nicht Religiösen, als auch die überzeugten Zionisten gaben ihnen den vorletzten Platz. Bei den ultra-Orthodoxen bilden sie das Schlusslicht.
Unter den Befragten, die schon im vorigen Jahr teilgenommen hatten, ist das Vertrauen in die Berichterstattung etwas gestiegen. Bei ihnen vertrauen 44,2 Prozent, bei den Erstteilnehmern dagegen 39,7.
Außerdem glaubte mit 51,2 Prozent mehr als die Hälfte der Befragten, dass seit den Protesten gegen soziale Ungerechtigkeit mehr über sozioökonomische Themen berichtet werde. Diese Ansicht vertraten insbesondere die Gutverdienenden.