Genau eine Woche lang haben die asiatischen Nachwuchsforscher die Möglichkeit, an Vorlesungen bekannter israelischer und asiatischer Wissenschaftler und Nobelpreisträger teilzunehmen. Die 17- bis 21-Jährigen kommen unter anderem aus China, Indonesien, Japan, Kasachstan, Sri Lanka und Thailand, wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet. Auch rund 40 junge Forscher aus Israel nehmen an den Veranstaltungen in Jersalem teil.
Das israelische Außenministerium hat das Jahr 2012 zum „Asiatischen Jahr in Israel“ ausgerufen. Für den Workshop in Jerusalem hat die Regierung daher umgerechnet rund 800.000 Euro gegeben, um damit den Austausch auf wissenschaftlicher Basis zwischen Israel und dem asiatischen Kontinent zu fördern. Die Organisatoren wollten eine „Plattform erschaffen, um die heranwachsende Generation asiatischer Forscher zu unterstützen und die Freundschaft zwischen den Ländern in der universalen Sprache der Wissenschäft zu stärken“.
Der Generaldirektor des Außenministeriums, Rafi Barak, sagte, dass es gerade für Israel sehr bedeutend sei, möglichst vielen Ländern die Teilnahme zu ermöglichen. Auch der Präsident der Hebräischen Universtät in Jerusalem, Menachem Ben-Sasson, sieht als Gastgeber die Möglichkeit, das Bild Israels in Bildung und Wissenschaft durch solche Veranstaltungen positiv zu stärken.
„Es ist nicht gefährlich“
Wie die „Jerusalem Post“ berichtet, habe es bisher nur einen sehr spärlichen Austausch zwischen israelischen und asiatischen Nachwuchsforschern gegeben. „Ich weiß, dass Israel eine führende Position im Flugzeugbau besitzt“, erzählt ein 20-jähriger Elektrotechnik-Student aus Myanmar. „Es ist ein wunderschönes Land. Erst hatte ich Angst, hier herzukommen. Einige Freunde sagten mir, es sei gefährlich. Aber das ist es nicht.“
Das asiatische Wissenschaftscamp fand zum ersten Mal im Jahr 2007 in Taipeh statt. Die Idee entstand jedoch schon zwei Jahre zuvor während einer Konferenz im süddeutschen Lindau. Der chinesiche Professor Yuan Tse Lee, der 1986 einen Nobelpreis in Chemie erhalten hatte, und der Professor Masatoshi Kashibo, der im Jahr 2002 mit dem Nobelpreis in Physik ausgezeichnet worden war, bekräftigten dort die Idee, junge Wissenschaftler in besonderer Weise fördern zu wollen. In diesem Jahr findet das Camp zum ersten Mal in Israel statt.