Schulstart in Israel

Die Sommerferien in Israel sind zu Ende: Für mehr als zwei Millionen Kinder begann am Montag ein neues Schuljahr. Mit Neuerungen, erstmals ist der Vorschulunterricht kostenlos, und Altbekanntem: die Schüler in Sderot mussten sich vor palästinensischen Raketen in Sicherheit bringen.
In Israel hat die Schule wieder begonnen.

Zum Unmut der Kinder fielen die Sommerferien aufgrund von Reformen des Bildungsministeriums in diesem Jahr fünf Tage kürzer aus. Zur Erleichterung der Eltern begann der Unterricht an den mehr als 4.500 staatlichen Schulen ohne Lehrerstreik.
Rund 270.000 der über zwei Millionen Kinder sind drei und vier Jahre alt. Sie kommen in die Vorschule, die erstmals durch den Staat finanziert wird. Die Regierung unter Premierminister Benjamin Netanjahu hatte die kostenfreie Vorschule nach den Sozialprotesten vom vergangenen Jahr eingeführt. Der Schritt sei „etwas, wovon wir 64 Jahre lang geträumt und über das wir seit Jahrzehnten gesprochen haben“, sagte Netanjahu auf der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er wies zudem auf den Neubau von 900 Vorschulen in Israel hin.
Bildungsminister Gideon Sa‘ar (Likud) lobte neben der freien Vorschulbildung die neu eröffneten Zentren für nachmittägliche Betreuung in ärmeren Regionen sowie zusätzliche Subventionen für Schulausflüge. Das Bildungssystem werde derzeit tiefgreifenden Veränderungen unterzogen. Wenn Israel diesen Weg fortsetze, werde es in einem anderen Jahrzehnt „unter den führenden Ländern der Welt bei den Bildungsbedingungen sein“, so Sa‘ar.
Wachposten fehlen
Laut Gesetz muss jede israelische Schule, an der mehr als 100 Schüler sind, einen bewaffneten Wachposten am Eingang haben. Weil es an Geld mangelt, waren am ersten Schultag jedoch etwa 100 Schulen ohne diesen Schutz. Eti Benjamin, Leiterin der nationalen Eltern-Vereinigung, forderte alle Eltern auf, ihre Kinder nicht in die ungesicherten Schulen zu schicken. Das Bildungsministerium betonte unterdessen, es sei Sache der Polizei und der lokalen Behörden, sich rechtzeitig um die Sicherheit an den Einrichtungen zu kümmern.
Schüler in Sderot flüchten in Schutzraum
Für die Kinder in der Wüstenstadt Sderot begann das neue Schuljahr mit einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen. Nur wenige Minuten nachdem die Schüler in ihren Klassenräumen waren, ertönte das Raketenwarnsystem. Jetzt gilt für alle: Ruhe bewahren und innerhalb von 15 Sekunden den Schutzraum aufsuchen. Das jüngste Geschoss landete auf freiem Feld nahe der Stadt. Erst am Sonntag hatten Palästinenser drei Raketen auf Sderot abgefeuert. Eine davon schlug in der Nähe eines Industrigebietes ein und beschädigte eine Fabrik und ein weiteres Gebäude.
Migrationsprobleme in Eilat
Die Schulen in Eilat kämpfen unterdessen mit anderen Problemen. In der Stadt am Roten Meer leben schätzungsweise 7.000 afrikanische Einwanderer. In den vergangenen Jahren wurden deren Kinder grundsätzlich in separaten Klassen unterrichtet. Im Rest des Landes besuchen die Kinder afrikanischer Einwanderer die Klassen zusammen mit israelischen Schülern. Das Bildungsministerium hatte dieses Vorgehen geduldet. Gegen die Separation klagten nun die Eltern der Betroffenen. Das Oberste Gericht äußerte am Donnerstag scharfe Kritik am Vorgehen der Stadtverwaltung und forderte die Parteien auf, bis zum Schulbeginn eine Einigung zu finden. Am Sonntag legten diese dem Gericht einen entsprechenden Vorschlag vor. Demnach wurde es afrikanischen Migranten erlaubt, ihre Kinder zur Registrierung am Montag in die Schulen zu bringen. Zwei Wochen nach der Anmeldung sollen die Hebräisch-Kenntnisse der Kinder getestet werden. Danach wird entschieden, ob sie in israelische Klassen integriert oder zunächst in auf ihre Bedürnisse eingerichteten Klassen unterrichtet werden. Auch spezielle Sprachförderungen werden angeboten. Nach einem halben Jahr sollen erneut die Kenntnisse der Kinder und eine Versetzung in eine israelische Klasse geprüft werden.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen