Am Samstag hatten palästinensische Vertreter angekündigt, die Autonomiebehörde werde ihren Antrag auf Anerkennung in der Hauptversammlung der UNO wiederholen. Durch die geplante Konferenz erhofften sich die Palästinenser hierfür die Unterstützung der Blockfreien Staaten. Doch Israel erteilte den Außenministern aus Algerien, Bangladesch, Indonesien, Kuba und Malaysia keine Zulassung für die Einreise ins Westjordanland.
Hingegen erhielten die Minister aus Ägypten, Indien, Kolumbien, Sambia, dem Senegal, Simbabwe und Südafrika eine Genehmigung. Doch aus Solidarität sagten sie ihre Teilnahme ab. Dies berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“ unter Berufung auf palästinensische Quellen.
Es sollte die erste derartige Versammlung im Westjordanland seit Gründung der Palästinensischen Autonomiebehörder (PA) im Jahr 1994 sein. Hanan Aschrawi vom Exekutivkomitee der Palästinensischen Befreiungsbewegung (PLO) äußerte Kritik an der Einreiseverweigerung. Israel „nutzt seine Stellung als Besatzungsmacht aus, um Palästina an der Kommunikation mit den Ländern der Welt zu hindern und das palästinensische Volk und dessen Einrichtungen zu isolieren“.
Auf der Konferenz in Ramallah hätte auch der palästinensische Präsident Mahmud Abbas sprechen sollen. Zudem war vorgesehen, dass der neue ägyptische Außenminister Mohamed Amru eine Rede hält.
Im September 2011 hatte Abbas vor der UN-Vollversammlung den Antrag gestellt, „Palästina“ als Mitglied in die Vereinten Nationen aufzunehmen (Israelnetz berichtete). Israel kritisierte den einseitigen Schritt, der nicht eine Folge von Verhandlungen gewesen sei. Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen.