Ijad Dschamil Assad al-Dschohari wurde vor einem Monat am Kuneitra-Grenzübergang festgenommen, als er von Syrien nach Israel einreisen wollte. Aus der Anklageschrift geht hervor, dass er zwischen 2005 und 2008 in Syrien Medizin studiert hat. In dieser Zeit habe er Kontakt mit drei syrischen Geheimdienstoffizieren gehabt. Diese hätten ihn vor seinen Besuchen in Israel angewiesen, Informationen über die Operationen der israelischen Armee im Golan zu sammeln.
Im Jahr 2008 erzählte er demnach seinen Kontaktpersonen, dass er von israelischen Sicherheitskräften befragt worden sei. Damals identifizierte ihn der Inlandsgeheimdienst Schabak offenbar nicht als Spion, schreibt die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.
Al-Dschoharis Vater Dschamil sagte zu den Vorwürfen: „Es ist für mich schwer zu glauben, dass diese Anschuldigungen wahr sind. Ich bin sicher, dass mein Sohn unschuldig ist und solch eine Tat nie in Erwägung gezogen hat. Wir sind sehr überrascht und hoffen, dass Ijad bald aus der Haft entlassen wird.“
Sein Sohn habe in der syrischen Hauptstadt Damaskus studiert und sei einer der besten Studenten in seinem Jahrgang gewesen, fügte der Vater hinzu. „Er machte den Abschluss und ging in einem Krankenhaus in Syrien arbeiten. Vor einem Jahr heiratete er ein syrisches Mädchen. In den vergangenen vier Jahren hat er Israel nicht besucht. Wenn er den Verdacht gehabt hätte, dass auch nur die geringste Wahrscheinlichkeit besteht, dass er in Israel festgenommen wird, wäre er niemals zurückgekehrt.“
Der Vater des Verdächtigen äußerte Kritik an den israelischen Sicherheitskräften: „Mein Sohn wurde nicht in einer Standardprozedur festgenommen. Er wurde entführt und in einer äußerst erniedrigenden Weise festgenommen, um andere auf Kosten meines Sohnes eine Lektion zu lehren. Wir werden die rechtlichen Abläufe weiterführen, bis wir seine Unschuld bewiesen haben.“
Al-Dschohari ist das älteste von acht Kindern. Seine Ehefrau ist zum ersten Mal schwanger. Sie leben in einer Ortschaft bei Damaskus.