Der Herausforderer von US-Präsident Barack Obama wurde zunächst von Netanjahu empfangen. Beide wiesen vor Journalisten auf ihre langjährige persönliche Freundschaft hin. Der israelische Regierungschef forderte bei dem Treffen ein härteres Vorgehen gegen den Iran und lobte Romneys Haltung in der Angelegenheit. Dieser hatte zuvor gesagt, die größte Bedrohung für die Welt sei ein atomar aufgerüstetes Ajatollah-Regime. Netanjahu betonte: „Ich denke, es ist wichtig, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Ajatollahs daran zu hindern, in den Besitz von Atomwaffen zu kommen. Wir müssen ehrlich sein und eingestehen, dass all die Diplomatie und die Sanktionen das iranische Programm bislang kein Jota zurückgesetzt haben.“ Daher sei eine „starke und glaubhafte militärische Drohung, gepaart mit Sanktionen“ nötig.
Romney betonte, er sei in Israel, um die Vorstellungen der israelischen Politiker im Umgang mit dem Iran zu hören. für ihn sei es eine besondere Ehre, am jüdischen Trauertag Tischa Be‘Av im Land zu sein. An diesem Tag gedenken Juden in aller Welt unter anderem der Zerstörung des ersten und des zweiten Tempels in Jerusalem. Nach dem Ende des Fastens mit Sonnenuntergang will sich Romney, zusammen mit seiner Frau Ann, erneut mit Netanjahu und dessen Ehefrau zu einem gemeinsamen Essen treffen.
Im Anschluss an die erste Zusammenkunft mit Netanjahu traf Romney Israels Staatsoberhaupt Peres. Dieser wies darauf hin, dass der Iran versuche, den Nahen Osten zu dominieren. Er verbreite und finanziere Terror und entwickle gegen den Willen der gesamen Welt Nuklarwaffen. Außerdem drohe er damit, Israel zu vernichten, so Peres laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Er lobte die aktuelle US-Politik und ihre diplomatischen Maßnahmen gegen den Iran. Allerdings, so beteuerte auch er, sei zugleich eine militärische Drohung nötig.
Mofas schließt Militärschlag vorerst aus
Der designierte Präsidentschaftskandidat traf sich außerdem mit Oppositionsführer Schaul Mofas. Dieser betonte: „Wir müssen im Blick auf den Iran für alle Optionen bereit sein, aber die Zeit für eine militärische Operation ist noch nicht gekommen.“ Es sei vielmehr die Zeit, um die Sanktionen gegen das iranische Regime zu verschärfen.
Für den Sonntagabend hat Romney auch ein Treffen mit dem palästinensischen Premierminister im Westjordanland, Salam Fajjad, in Jerusalem geplant. Romney wird die palästinensischen Autonomiegebiete auf dieser Reise nicht besuchen.
Vor seiner Abreise am Montag will Romney in Jerusalem eine Spendenveranstaltung im King David Hotel zur Finanzierung seines Wahlkampfes abhalten. Die Eintrittskarte für ein Paar kostet laut „Jerusalem Post“ rund 50.000 Dollar.
Der Aufenthalt in Israel ist Teil von Romneys erster Auslandsreise als Präsidentschaftskandidat. Erste Station war Großbritannien, nächstes und letztes Ziel ist Polen.