Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, versammelten sich die Menschen vor dem Museum für Moderne Kunst. Auf Plakaten stand „Ein Volk, eine Wehrpflicht“. Laut Polizeiangaben verlief die Kundgebung friedlich, und es habe keine Festnahmen gegeben.
Der Militärdienst ist für alle Israelis über 18 Jahre Pflicht, Männer dienen drei Jahre in der Armee, Frauen zwei. Laut dem so genannten „Tal-Gesetz“ sind ultraorthodoxe Juden sowie arabische Israelis von der Wehrpflicht ausgenommen. Der Oberste Gerichtshof hatte diese Regelung für verfassungswidrig erklärt und deren Abschaffung zum 31. Juli verlangt. Sollte das Gesetz abgeschafft werden, müssten Ultraorthodoxe Militärdienst leisten.
Der stellvertretende Premierminister Schaul Mofas, der der Kadima-Partei vorsitzt, dem wichtigsten Koalitionspartner der Regierung, hat mit dem Austritt aus der Koalition gedroht, falls die Forderung umgesetzt werde. Premierminister Benjamin Netanjahu teilte jedoch am Donnerstag mit, es gebe Zeichen für einen Kompromiss.
Bereits im Juni hatten rund 5.000 ultra-orthodoxe Juden im Jerusalemer Stadtviertel Mea Schearim gegen die Pläne der Regierung demonstriert, die Wehrpflicht auch für sie einzuführen. Einige der in Israel Haredim genannten Juden hüllten sich aus Trauer in Sack und Asche.