Mursi: FARS-Interview gefälscht

KAIRO (inn) – Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat der iranischen Nachrichtenagentur FARS kein Interview gegeben. Dies stellte ein Sprecher am Montag klar. Die Agentur hatte Äußerungen über eine geplante Annäherung an den Iran zitiert, die Mursi angeblich direkt vor der Bekanntgabe der Wahlergebnisse gemacht hatte.
Irreführung aus Teheran: Der ägyptische Präsident Mursi dementiert, mit der Nachrichtenagentur FARS gesprochen zu haben.

Nach Angaben von FARS hatte der neugewählte Präsident am Sonntag gesagt, er strebe eine Verbesserung der Beziehungen zum Iran an. Ferner wurde ihm in den Mund gelegt, er wolle den Friedensvertrag mit Israel von 1979 überdenken. „Herr Mursi hat FARS keinerlei Interview gegeben, und alles, was diese Agentur veröffentlicht hat, entbehrt jeglicher Grundlage“, teilte ein Sprecher der Präsidentschaft daraufhin gegenüber der ägyptischen Nachrichtenagentur MENA mit. Ägypten hatte 1980 die diplomatischen Beziehungen zu Teheran abgebrochen.
Wie die Tageszeitung „Ma‘ariv“ meldet, wurde nur der persischen Version des angeblichen Interviews eine Aufnahme beigefügt, aber nicht der arabischen. „Und das vielleicht mit gutem Grund: Wer die Stimme des gewählten Präsidenten hört, wird sehr schnell bemerken, dass sie nicht mit der vollen Stimme von Mohammed Mursi übereinstimmt“, mutmaßt das israelische Blatt. FARS bestand demnach zumindest am Montagabend noch darauf, dass das Interview authentisch sei – und machte es weiter in ihrem Internetportal zugänglich.

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