Die Festnahmen seien in Zusammenarbeit zwischen der Polizei, der Armee und dem Inlandsgeheimdienst Schabak erfolgt. Angaben des Schabak zufolge hatten die Palästinenser unter anderem versucht, eine Mutter und deren Baby nahe der israelischen Siedlung Beit El zu entführen. Die Angeklagten hätten mit den Israelis als Geiseln die Freilassung palästinensischer Gefangener erreichen wollen.
Alle Entführungsversuche seien jedoch gescheitert. Unter anderem ein Versuch am 15. März: An diesem Tag hätten Mitglieder der Gruppe mit einem Auto nahe Beit El die Straße blockiert und so eine israelische Fahrerin, die mit ihrem Baby unterwegs war, zum Anhalten gezwungen. Die Männer hätten die Windschutzscheibe des israelischen Wagens eingeschlagen. Sie seien jedoch geflohen, als sich ein anderes israelisches Fahrzeug näherte. Drei Tage zuvor hatten die Terroristen auf ähnliche Weise eine Israelin in ihrem Wagen gestoppt. Der Frau war jedoch die Flucht gelungen. Davor hatten Palästinenser einen Mann angegriffen und versucht, ihn aus seinem Auto zu zerren. Der Israeli konnte ebenfalls fliehen.
Für die Entführungsversuche hatten die Palästinenser unter anderem einen Elektroschocker, Tränengas und Schlagstöcke gekauft. Die entführten Israelis wollten sie in Höhlen oder Häusern in Ramallah festhalten. Die Entführungen sollten außerdem gefilmt und ins Internet gestellt werden.
Der Tageszeitung "Yediot Aharonot" zufolge wurde die Terrorzelle von dem 22-jährigen Muhmad Ramdan angeführt. Die meisten Mitglieder gehörten der "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP) an.