Die israelische Politik sei für ihn zudem "schwer nachzuvollziehen", sagte Darabos weiter. "Ich bin froh, dass die Kadima-Partei in die israelische Regierung eingetreten ist. Das könnte die Radikalisierung mildern." Israel stelle seiner Ansicht nach "Außenfeinde wie den Iran oder auch die Palästinenser" in den Vordergrund, um von inneren sozialen Problemen abzulenken.
In dem Gespräch ging es unter anderem um Israel und den Atomstreit mit dem Iran. Auf die Frage, wie er sich entscheiden würde, wenn er vor der Wahl stünde, "iranische Atomanlagen präventiv anzugreifen oder eine iranische Atombombe zu dulden", sagte Darabos, der Iran sei noch nicht so weit, die Bombe bauen zu können. Die Drohungen Israels seien daher "entbehrlich". "Ein Angriff Israels auf den Iran würde einen Flächenbrand in der Region auslösen, der nicht mehr beherrschbar wäre. Es entstünde ein Solidareffekt mit dem Iran. Auch arabische Staaten, die dem Regime in Teheran kritisch gegenüberstehen, schlügen sich auf die Seite des Iran."
Darabos sprach sich zugleich dafür aus, den diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen.
Das gesamte Interview gibt es unter
www.diepresse.com.