Die "Pro-Israel-Initiative ‚Neveragain’" wurde an ihrem Informationsstand in der Siegener Innenstadt von drei bis vier schwarz Vermummten überfallen. Das sagte der Organisator Bückert gegenüber Israelnetz. Mit "brachialer Gewalt" machten die Täter Tische kaputt und schubsten Mitarbeiter der Initiative. Zwei davon erlitten Verletzungen an Schulter und Beinen. "Die Täter waren stumm und haben keine Parolen gerufen", erläutert Bückert. Der Staatsschutz ermittelt, weil der Übergriff "politisch motiviert" gewesen sei. "Die Polizei ordnet die Täter dem rechtsradikalen Milieu zu", so Bückert.
Die Initiative "Neveragain" präsentierte am Samstag Informationen über den jüdischen Staat im Vorfeld des deutschlandweiten Israeltages. "Atmosphärisch war alles sehr gut. Gerade dieses Jahr war das Interesse groß und wir haben intensive und gute Gespräche geführt. Als der Angriff geschah, hatten wir bereits die HaTikwa zum Abschluss gesungen und wollten einpacken."
Unerwartetes Gehör
Für zukünftige Veranstaltungen erwägt Bückert Polizeischutz anzufragen. Für ihn ist die Konsequenz des Vorfalls: "Wir werden noch mehr zusammenstehen und füreinander da sein". "Ganz ausschließen kann man Angriffe nicht", jedoch lasse sich die Initiative dadurch nicht davon abbringen, ihre "Anliegen weiterzutragen." Durch den Überfall habe Bückert unerwartetes Gehör erhalten. "Danach hatte ich ein Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linken hier im Wahlkreis, Martin Gräbener. Ihm wurde vorgeworfen, in einer Rede antisemitisch argumentiert zu haben. In nächster Zeit darf ich ihm Info-Material zukommen lassen."