Inspektoren der Behörde hatten die aus Palmholz hergestellten Sargdeckel bei einem arabischen Antiquitätenhändler in der Altstadt Jerusalems gefunden und beschlagnahmt. Mit der C14-Methode wurde ein Sargdeckel für authentisch befunden und auf die Periode zwischen dem 8. und 10. vorchristlichen Jahrhundert datiert. Die Methode untersucht den zeitlich bestimmbaren Zerfall der radioaktiven C14-Atome in organischen Stoffen.
Der zweite Sargdeckel stammt sogar aus dem 16. vorchristlichen Jahrhundert, ist also etwa 3.600 Jahre alt. Auf dem Holz war eine Gipsschicht aufgetragen und dann in bunten Farben mit dem Abbild des Verblichenen und ägyptischen Hieroglyphen bedeckt worden. Die hölzernen Sarkophagdeckel blieben dank des trockenen Klimas in Ägypten erhalten und werden derzeit in einem klimatisierten Raum der Altertumsbehörde aufbewahrt.
Über Dubai und Europa nach Israel
Mitarbeiter der Abteilung für Antikenraub der Behörde vermuten, dass Grabräuber Gräber aus der Pharaonenzeit in der westlichen Wüste Ägyptens geplündert haben und die gefundenen Sargdeckel nach Dubai schmuggeln ließen. Von dort wurden sie mutmaßlich über Europa nach Israel gebracht. Dass die zwei Meter langen Deckel geschmuggelt worden sind, schließen die Beamten daraus, dass sie durchgesägt worden sind, um sie zu verkürzen und leichter zu transportieren. Nichts ist über den Verbleib der einbalsamierten Mumien und der Sarkophage bekannt.
Die Antiquitätenhändler nutzten Schlupflöcher in den israelischen Gesetzen, um geraubte antike Funde zu "waschen", ähnlich der Geldwäsche. Aus dem ganzen Nahen Osten wurden Antiquitäten nach Israel gebracht, mit ordentlichen Dokumenten versehen und so legalisiert zum Weiterverkauf wieder ins Ausland gebracht. Die Händler geben dann an, dass selbst aus Ägypten stammende Sarkophage "made in Israel" seien.
Neue Regeln gegen Schmuggel
Ab dem 20. April werde dieser Kreislauf des Antiquitätenschmuggels durchbrochen werden. Die Altertumsbehörde hat zusammen mit dem Zoll neue Regeln ausgearbeitet, wonach jede Antiquität beim Import von einer offiziellen Zollerklärung begleitet sein und zunächst der Behörde zur Überprüfung übergeben werden müsse. Das sei Israels Beitrag zum internationalen Kampf gegen Antikenraub.
Inzwischen hat Ägypten den Antrag gestellt, die in Jerusalem "entdeckten" Sarkophage in ihre alte Heimat zu "repatriieren". Nach Angaben der Altertumsbehörde wolle Israel dem Wunsch entsprechen, sowie die dafür notwendigen bürokratischen Schritte erledigt seien.