"Obama stärkt Israel nicht den Rücken, er hat Israel den Rücken gekehrt", sagte der Katholik und ehemalige Senator Rick Santorum. Es sei an der Zeit für die USA, dem Iran eine klare Frist zu setzen: "Ihr stellt euer Atomprogramm jetzt ein und öffnet euch für Inspektoren der UN und USA. Jetzt." Im Umgang mit dem Iran dürfe man nicht davon ausgehen, dass man es mit einem "rationalen Akteur" zu tun habe. Ein rationaler Akteur würde nicht die Auslöschung eines anderen Staates proklamieren und Terrorismus unterstützen, so Santorum. "Ein nuklear bewaffneter Iran wäre ein Alptraum für jeden friedliebenden Menschen auf der Welt." In dieser Frage seien die USA und Israel einer Meinung.
Der frühere Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts, Mitt Romney, bezeichnete die momentane Lage im Nahen Osten als eine "besondere Herausforderung", die er als Präsident meistern könne. "Israel braucht keine öffentliche Belehrung", so der als moderat geltende Kandidat mormonischen Glaubens, "sondern unsere Unterstützung". Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete Romney als "nicht nur guten, sondern auch alten Freund", mit dem er schon gut zusammengearbeitet habe. Sollte Romney am 20. Januar 2013 zum US-Präsidenten vereidigt werden, so werde ihn seine erste Auslandsreise nach Israel führen. "Hoffnung", sagte Romney mit Blick auf Barack Obamas Wahlkampfslogan, "ist kein Prinzip für Außenpolitik. Israel muss wissen, dass wir in jedem Fall an seiner Seite stehen".
Nur ein Kandidat meidet Schulterschluss mit Israel
Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, erklärte in seiner Ansprache: "Am ersten Tag meiner Präsidentschaft werde ich die Anweisung unterzeichnen, die amerikanische Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen." Für den Iran sei die "rote Linie" bereits erreicht: dieser Staat sei zu einem "unkalkulierbaren Risiko" geworden. Er selbst, so Gingrich, habe in seinem politischen Wirken immer an der Seite Israels gestanden und wolle dies auch weiterhin tun.
Der libertäre Präsidentschaftskandidat Ron Paul hielt sich von der Konferenz fern. Er befürwortet eine isolationistische US-Außenpolitik, stellt die finanziellen und militärischen Hilfen für Israel und andere Staaten in Frage und sieht in der Unterstützung Israels auch Nachteile für die USA – wie zum Beispiel Ablehnung in der islamischen Welt.
Nach Einschätzung der Zeitung "Jerusalem Post" gilt Santorum als der israelfreundlichste der republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Als einziger von ihnen reiste er persönlich zur AIPAC-Tagung: Da am so genannten "Super Tuesday" in zehn US-Bundesstaaten Vorwahlen stattfinden, sind die Kandidaten in den besonders umkämpften Staaten unterwegs. Romney und Gingrich sprachen per Videoübertragung zu den Teilnehmern der Konferenz.
Welcher der vier Kandidaten für die republikanische Partei gegen Barack Obama antritt, entscheidet sich durch Vorwahlen in allen 50 Staaten. Die Präsidentschaftswahl findet am 6. November statt.