Karikatur verärgert UNESCO

PARIS (inn) - Eine Karikatur in der israelischen Tageszeitung "Ha´aretz" über die UNESCO hat einen diplomatischen Disput ausgelöst. Ein ranghoher Vertreter der UN-Kulturorganisation berief deshalb den israelischen Botschafter zu einer Standpauke ein.

Wie "Ha´aretz" berichtet, musste Botschafter Nimrod Barkan am Mittwoch bei Eric Falt erscheinen. Dieser ist beigeordneter Generaldirektor der UNESCO für den Sektor Externe Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Dem Israeli wurde eine Kopie des Cartoons in die Hand gedrückt – mit einem Protestbrief von Generaldirektorin Irina Bokova.

Die Zeichnung, die den Ärger der israelischen Regierung über die Aufnahme "Palästinas" in die UNESCO thematisierte, war am 4. November in der linksliberalen Zeitung erschienen. Sie zeigt Premierminister Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Ehud Barak, die eine  Luftwaffenschwadron zu einem Angriff auf den Iran losschicken. Netanjahu sagt: "Und auf eurem Rückweg greift ihr das UNESCO-Büro in Ramallah an!"

Falt bezeichnete die Karikatur bei dem Treffen mit Barkan als Hetze. "So eine Karikatur gefährdet die Leben unbewaffneter Diplomaten, und Sie haben eine Verpflichtung, sie zu schützen", sagte er laut einer israelischen Quelle. "Wir sehen ein, dass es in Israel Pressefreiheit gibt, aber die Regierung muss Angriffe auf die UNESCO verhindern."

Botschafter Barkan erwiderte, seine Regierung habe keine Kontrolle über die Karikaturen, die in Zeitungen abgedruckt würden. "Fragen Sie sich, was Sie getan haben, um ein gemäßigtes Blatt mit einer tief internationalistischen Neigung dazu zu bringen, solch eine Karikatur zu veröffentlichen. Vielleicht liegt das Problem bei Ihnen."

Auf seinen Report reagierte das israelische Außenministerium mit der Frage: "Was genau will die UNESCO von uns? Dass wir unsere feinen Jungen schicken, um das Personal der UNESCO zu schützen, oder dass wir die Zeitung zumachen? Es scheint, dass Ihre Arbeitsatmosphäre der ‚Farm der Tiere‘ immer ähnlicher wird."

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