Tibi fordert Barghutis Freilassung

NETANJA (inn) - Der arabische Knessetabgeordnete Ahmed Tibi hat den wegen fünffachen Mordes verurteilten Fatah-Führer Marwan Barghuti im Gefängnis besucht. Anschließend forderte der israelische Politiker die Freilassung des 52-jährigen Palästinensers.

Tibi (Vereinigte Arabische Liste-Ta´al) suchte Barghuti am Sonntag im Hadarim-Gefängnis in Even Jehuda auf, südöstlich der israelischen Küstenstadt Netanja. "Barghuti ist Teil des palästinensischen Kampfes und sollte Teil der Führung sein, anstatt hinter Gittern zu sitzen", sagte er laut der Tageszeitung "Jerusalem Post".

Nach Tibis Angaben teilte Barghuti bei dem Treffen mit, seine Moral sei immer noch hoch und "unsere Nation wird sich nicht der Besatzung ergeben". Der Führer der Tansim-Milizen rief die Palästinenser zur Einheit auf. Die Befreiung von Häftlingen müsse höchste Priorität haben.

Tibi forderte auch die Freilassung von Karim Junis. Der 1958 geborene Israeli befindet sich seit 29 Jahren in Haft, länger als jeder andere Palästinenser. 1983 wurde er zum Tode verurteilt – dies wurde dann in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Drei Jahre zuvor hatte der Araber den Soldaten Avi Bromberg ermordet.

Barghuti und Junis beschwerten sich gegenüber Tibi über fortdauernde Sanktionen gegen palästinensische Häftlinge. Diese hätten nach der Freilassung des israelischen Soldaten Gilad Schalit enden sollen, sie seien aber noch in Kraft. Ende Juni hatte die israelische Regierung die Vorrechte für Hamas-Häftlinge eingeschränkt. Dazu gehört das Recht auf Besuche, auf akademische Studien und auf Fleisch auf dem Gefängnisspeisezettel.

Junis beklagte zudem, dass langjährige Gefangene nicht vor anderen im Schalit-Deal entlassen worden seien, vor allem solche mit israelischer Staatsbürgerschaft. Juden, die Araber getötet hätten, erhielten eine bevorzugte Behandlung.

Ex-Verteidigungsminister Peretz pflichtet Tibi bei

In der vorigen Woche hatte bereits der israelische Abgeordnete Amir Peretz (Avoda) Barghutis Freilassung gefordert. Ein solcher Schritt werde der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) helfen, einen Friedensvertrag mit Israel aufrechtzuerhalten, meinte er. Seit seinem Rücktritt als Verteidigungsminister im Jahr 2007 hat er Barghuti mehrere Male besucht. "Heute braucht die palästinensische Führung Diplomaten und Staatsmänner, wie (Präsident Mahmud) Abbas, aber sie braucht auch Leute wie Barghuti, ein mutiger Mann, der weitreichende Unterstützung auf der palästinensischen Straße hat."

Palästinensische Wahlumfragen zeigen, dass der inhaftierte Tansim-Führer in der Bevölkerung beliebt ist.

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