Datenpanne: Bevölkerungsregister im Internet zugänglich

JERUSALEM (inn) - Der komplette Datensatz des israelischen Bevölkerungsregisters ist 2006 gestohlen und im Internet veröffentlicht worden. Verursacht wurde die Datenpanne durch einen Mann, der über eine Zeitarbeitsfirma vorübergehend beim Sozialministerium angestellt war. Dies gab das Justizministerium am Montag bekannt.

In dem Register sind persönliche und familiäre Informationen zu allen Bürgern verzeichnet. Betroffen sind mehr als neun Millionen Menschen, von denen einige allerdings nicht mehr am Leben sind. Aufgeführt werden etwa Angaben zum Familienstand, zu Verwandtschaftsverhältnissen,  Identitätsnummern und andere private Informationen.

Wie die Tageszeitung "Ha´aretz" berichtet, hatte der Mann durch seine Arbeit Zugang zu dem Datensatz. Er speicherte das Bevölkerungsregister zu Hause und aktualisierte es regelmäßig im Einklang mit den Updates des Innenministeriums. Nach einiger Zeit wurde er wegen anderer krimineller Vergehen entlassen.

Die Informationen gab der ehemalige Mitarbeiter an einen Geschäftskunden weiter, der sie auf seinen Server lud. Mehrere Monate wurden die Daten in der ultra-orthodoxen Gemeinschaft von Hand zu Hand gereicht – diese interessiert sich bei der Heiratsvermittlung für persönliche Angaben zu den Kandidaten. Schließlich gelangte das Material in den Besitz eines Mannes namens Ari, der es im Internet veröffentlichte. Dabei verwendete er Internetprotokolladressen im Ausland und setzte sich in Internetcafés, um zu verhindern, dass seine Identität aufgedeckt wird.

Im Zusammenhang mit den Ermittlungen, die 2009 begannen, wurden sechs Personen festgenommen. Unter ihnen sind auch der ehemalige Angestellte und Ari. Die israelischen Agenten versuchen, jede Kopie aufzuspüren und aus dem Internet zu entfernen. Gegner der geplanten biometrischen Datenbank sehen sich durch den Fall in ihren Befürchtungen bestätigt. Die Einführung eines solchen Registers wurde im Juni beschlossen.

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