Grabschändung: Juden und Araber demonstrieren

JAFFA (inn) - Unbekannte haben an Jom Kippur mehrere muslimische und christliche Gräber in der Hafenstadt Jaffa mit Graffiti besprüht. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu verurteilte die Taten und betonte, sein Land sei nicht bereit, Vandalismus zu tolerieren. Araber und Juden demonstrierten nach der Schändung gemeinsam gegen Gewalt und Rassismus.

"Tod den Arabern" oder "Preisschild" war auf den Grabsteinen zu lesen. "Preisschild" steht dafür, dass Palästinenser einen Preis für Steinwürfe, zerstörte Olivenbäume oder andere Vergehen gegen Siedler zu zahlen hätten.

Berichte über zerstörte Grabsteine wies die Polizei unterdessen zurück. "Wir haben keine zertrümmerten Steine gesehen", teilte eine Polizeisprecherin der Tageszeitung "Jerusalem Post" mit. Der Vorfall werde untersucht. Die Schmierereien seien entfernt worden, heißt es weiter.

Wenige Stunden nach Bekanntwerden der Verunstaltung wurde ein Molotowcocktail auf eine Synagoge in Jaffa geworfen. Dabei entstand jedoch kein Schaden.

Nach den Vorfällen demonstrierten am späten Samstagabend in Ajami rund 200 Juden und Araber gegen Vandalismus und Rassismus. Dieser Stadtteil Jaffas ist bekannt für seine friedliche Koexistenz von Juden, Christen und Muslimen.

Israels Premier Netanjahu verurteilte während seiner wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag die Schändungen: "Israel zeigt Toleranz für religiöse Gefühle und hat das Verlangen nach einer friedlichen Koexistenz ohne Gewalt, aber es wird keine Toleranz gegenüber denen zeigen, die das ablehnen."

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