Israels Premierminister Benjamin Netanjahu äußerte tiefes Bedauern über Porats Tod. In einer Erklärung seines Büros heißt es: "Hanan Porat hat sein Leben dem Aufbau Israels gewidmet und Generationen von Studenten über religiösen Zionismus, die Liebe zu Israel und dem jüdischen Volk unterrichtet." Und weiter: "Seine Beiträge zum Aufbau des Landes und der Gemeinden, zum Bildungssystem und der Führung des Landes nach zionistischen Prinzipien sind beispielhaft für Israelis. Ich selbst habe Hanan zum ersten Mal vor 40 Jahren getroffen und war sofort von seiner zionistischen Leidenschaft und seinem großen Engagement beeindruckt, das jüdische Volk in sein Land zurückzubringen. Diese Leidenschaft hat nicht nachgelassen und begleitete ihn bis zu seinem letzten Tag."
Porat wurde 1943 in Kfar Pines nördlich der Stadt Hadera geboren. Ein Jahr später zog seine Familie in den Kibbutz Kfar Etzion im südlichen Westjordanland. Während des Unabhängigkeitskrieges im Jahr 1948 wurde Porat mit anderen Kindern von dort evakuiert. Nachdem Israel das Westjordanland im Sechs-Tage-Krieg 1967 von Jordanien eroberte, gehörte er zu den ersten, die nach Kfar Etzion zurückkehrten und den Kibbutz wieder aufbauten. Während dieses Krieges war Porat Teil der Fallschirmspinger-Einheit der Armee und gehörte zu den Soldaten, die den Tempelberg in Jerusalem eroberten.
Der Israeli gehörte zu den Gründern der Organisation "Gusch Emunim", die mehr als 100 Siedlungen errichtete und Juden zum Siedeln im Westjordanland ermutigte. Von 1981 bis 1984 war Porat Mitglied der Knesset. Damals gehörte er der rechtsgerichteten "Tehija-Partei" an, die er mitbegründet hatte. Von 1988 bis 1999 saß er als Mitglied der Nationalreligiösen Partei im israelischen Parlament. Später gründete Porat zusammen mit anderen Israelis die Partei "Nationale Union", die er jedoch nicht in der Knesset repräsentierte.
Porat unterrichtete zudem an mehreren Talmudschulen. Er war verheiratet und hinterlässt elf Kinder.