Gaza-Flottille: Türkei sucht „verantwortliche“ Israelis über Facebook

ANKARA (inn) - Ranghohe Vertreter des türkischen Geheimdiensts haben eine Namensliste von Israelis erstellt, die an der Razzia auf den Schiffen der Gaza-Flottille beteiligt gewesen sein sollen. Die Identitäten machten sie über soziale Netzwerke im Internet ausfindig.

Das Dokument enthält die Namen von mehr als 170 Israelis, die sowohl direkt als auch indirekt an der Razzia beteiligt gewesen seien. Unter ihnen befinden sich auch Premierminister Benjamin Netanjahu, der die Liste als "primär Verantwortlicher" anführt, sowie Außenminister Avigdor Lieberman und Verteidigungsminister Ehud Barak. Die meisten der aufgelisteten Israelis waren als Soldaten an der Razzia auf der Hilfsflottille beteiligt.

Einen Großteil der Namen erhielt der türkische Geheimdienst durch Recherche in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter. Dies berichtet die türkische Zeitung "Sabah". Die Identitäten seien hauptsächlich über Fotografien ausfindig gemacht worden. "Nahezu alle israelischen Soldaten, die die neun türkischen Staatsbürger ermordet und 30 weitere verletzt haben, konnten identifiziert werden", heißt es in einem Bericht des Geheimdiensts. Israel hatte bisher keine Liste mit Namen veröffentlicht.

Ferner plane der türkische Geheimdienst, sich die Identitäten von staatlichen Behörden in Israel bestätigen zu lassen, da die Liste rund 140 Fotografien von Israelis enthalte. Dies berichtet die Zeitung "Jediot Aharonot".

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