Der Anwalt der Demonstranten aus der Zeltstadt sagte der "Jerusalem Post", im Zentrum der Einsprüche stünden die Rechte auf Protest und freie Meinungsäußerung. Am Sonntag hatte das Bezirksgericht Tel Aviv einen Einspruch gegen die Räumung abgelehnt. Dabei gewährte der Richter den Zeltbewohnern bis zum heutigen Mittwoch Zeit, um die provisorischen Unterkünfte freiwillig abzubauen. Erst dann sollte die Stadtverwaltung damit beginnen dürfen, verbleibende Zelte zu entfernen. Am Dienstag legten die Organisatoren der Zeltstadt jedoch Einspruch gegen diese Entscheidung ein.
Protest von Anwohnern
Die Stadt Tel Aviv teilte unterdessen mit, eine Balance zwischen freier Meinungsäußerung und dem Recht der Menschen, den öffentlichen Raum zu genießen, sei nötig. Unterstützung erhielt sie von 48 Anwohnern, die als eigene Partei vor Gericht in Erscheinung traten. Sie sagten, die fortgesetzte Präsenz der Zelte verletze ihre Rechte und hindere sie am Zugang zu öffentlichem Raum. Zudem bestehe ein Gesundheitsrisiko durch die seit zwei Monaten stehenden provisorischen Unterkünfte.
Daraufhin erwiderten die Demonstranten, sie hätten das Feldlager nach Beschwerden von Anwohnern aufgeräumt. Dies sei bei dem Gerichtsbeschluss nicht berücksichtigt worden.
Für den morgigen Donnerstag hat das Oberste Gericht in der Sache eine weitere Sitzung angesetzt.
Die Stadtverwaltung hatte bereits am 7. September erste Zelte geräumt. Dagegen hatten die Aktivisten jedoch erfolgreich eine einstweilige Verfügung bei Gericht beantragt.
Die Sozialproteste haben Mitte Juli in Tel Aviv begonnen. Teilnehmer errichteten dort Zelte, um gegen hohe Wohnungspreise zu demonstrieren, weitere Zeltstädte folgten. Mittlerweile geht es jedoch nicht mehr nur um die hohen Miet- und Kaufpreise für Immobilien, sondern unter anderem auch um bessere Bildungspolitik, die Gesundheitsversorgung und die Lebensmittelpreise.