UNESCO tadelt Israel

PARIS (inn) - Das Welterbekomitee der UNESCO hat Israel zur Einstellung der Restaurierungsarbeiten am Mugrabi-Übergang zum Tempelberg aufgefordert. Damit gab es am Montag einem jordanischen Antrag statt, den auch Ägypten, Irak und Bahrain unterzeichnet hatten.

Die Mugrabi-Rampe bildet den Übergang vom Platz vor der Klagemauer zum Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt. Anfang 2004 wurde sie durch ein Erdbeben schwer beschädigt und provisorisch durch ein unzureichendes Holzgestell ersetzt. Als Israel 2007 eine neue Rampe errichten wolle, stießen die Bauarbeiten bei Muslimen auf scharfe Kritik. Den Israelis wurde vorgeworfen, heilige Stätten auf dem Tempelberg zu gefährden. Später einigten sich Israel und Jordanien in einem Abkommen darauf, dass die bestehende Rampe aus Sicherheitsgründen abgerissen werden müsse.

Vor der anonymen Abstimmung der 21 Mitgliedsstaaten äußerten Australien, Schweiz, Brasilien und Mexiko Vorbehalte gegen eine anti-israelische Sprache in der Resolution. Doch sie lehnten den Antrag nicht ab, berichtet die Tageszeitung "Jediot Aharonot". Die genannten vier Länder sowie Schweden und Estland bemühten sich zudem vergeblich um eine Vertagung der Debatte über die jordanische Petition.

Israels UNESCO-Botschafter Nimrod Barkan, der lediglich einen Beobachterstatus hat, wollte in der Debatte das Wort ergreifen. Dies verhinderte jedoch Ägypten. Nach dem Willen des Komitees soll eine UNESCO-Gesandtschaft die Stätte besuchen, um sicherzustellen, dass die Arbeiten tatsächlich unterbrochen werden. Israel teilte mit, es werde einen solchen Schritt nicht genehmigen.

Der Sprecher des jordanischen Außenministeriums, Mohammad Kajed, begrüßte die Entscheidung. Der israelische Botschafter Barkan kritisierte das Vorgehen des arabischen Nachbarlandes, mit dem Israel seit 1994 in Frieden lebt: "Die Jordanier haben uns und die Amerikaner in einer unglaublichen Weise angelogen. Das Erstaunlichste ist, dass sie die Vereinbarung zwischen Israel und Jordanien nicht einmal erwähnen."

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen