Italienischer Präsident Napolitano in Israel

JERUSALEM (inn) - Israels Staatspräsident Schimon Peres und sein italienischer Amtskollege Giorgio Napolitano haben die "ausgezeichneten Beziehungen" zwischen ihren beiden Ländern gelobt. Am Sonntag traten sie nach einem Treffen in Jerusalem gemeinsam vor die Presse.

Peres äußerte laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums die Hoffnung auf eine baldige Einigung mit den Palästinensern. Gerade jetzt, bei allen Veränderungen im Nahen Osten, sei die Zeit gekommen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und das Begonnene zu vollenden. Die Israelis müssten es den Palästinensern ermöglichen, einen eigenen Staat zu gründen – mit einer starken Betonung der israelischen Sicherheitsbedürfnisse. "Ich glaube, dass wir ein Friedensabkommen erreichen können", sagte das israelische Staatsoberhaupt. "Die Lücken zwischen den Seiten sind klein und können geschlossen werden."

Eine einseitige Ausrufung eines Staates durch die Palästinenser vor der UNO sei allerdings nicht das Richtige, fügte Peres hinzu. Ein solcher Schritt werde nur die Feindseligkeit und die Instabilität in der Region vergrößern. Er forderte Napolitano auf, weiter laut und deutlich seine Unterstützung für direkte Verhandlungen zwischen den beiden Parteien zu artikulieren, damit der Konflikt beendet werde. "Europa als zentraler Bestandteil des Quartetts hat sehr klare Bedingungen für die Hamas aufgestellt:  dem Terror abzuschwören, alle unterzeichneten Abkommen zu respektieren und den Staat Israel anzuerkennen", so Peres weiter. "Diese Grundsätze sollten durchgesetzt werden."

Napolitano sagte: "Es gibt eine grundlegende Basis für ein volles Einvernehmen, die Existenz und Sicherheit des Staates Israel zu garantieren. Italiens Standpunkt befürwortet direkte Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern." Sein Land erkenne den Prozess an, der bereits stattgefunden habe. Er hoffe, dass es in den kommenden Monaten neue Möglichkeiten geben werde, in Richtung dieser Ziele voranzukommen. Angesichts der Aufstände in der arabischen Welt sei Italien hoffnungsvoll, so der italienische Präsident. Es unterschätze die aktuelle Lage aber auch nicht.

Auf eine Frage nach dem "Nakba"-Tag, wie die Palästinenser den Jahrestag der israelischen Staatsgründung nennen, antwortete Napolitano: "Italien unterstützt Israels Recht, zu existieren und in Sicherheit im Nahen Osten anwesend zu sein. Wir anerkennen den UN-Beschluss, den Staat Israel historisch zu gründen, und die arabischen Länder, die Friedensabkommen mit Israel unterzeichnet haben, haben dies ebenfalls anerkannt." Der arabische Ausdruck "Nakba" kann mit "Katastrophe" übersetzt werden. Der damit bezeichnete Tag wird am 15. Mai begangen.

An der Pressekonferenz nahm auch der italienische Außenminister Franco Frattini teil.

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