Die Bewegung "Free Gaza" hat für Ende Mai eine neue Hilfsflottille mit 15 Schiffen angekündigt, auf denen internationale Passagiere die Blockade gegen den Gazastreifen durchbrechen wollen. Deshalb bat der israelische Botschafter in der Türkei, Gaby Levy, die türkische Regierung in dieser Woche um Unterstützung bei dem Versuch, die Aktivisten aufzuhalten. Dies berichtet die Tageszeitung "Ha´aretz".
Ein israelischer Diplomat bezeichnete es gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters als "Provokation", humanitäre Hilfe außerhalb der legalen Kanäle nach Gaza zu senden. Aus dem türkischen Außenministerium hieß es: "Wir haben uns die Botschaft von der israelischen Seite angehört und ihnen gesagt, dass dies eine Initiative von einer zivilen Gesellschaft ist."
Die Terrorgruppe IHH will sich der Flottille anschließen. Zudem plant sie nach den landesweiten Wahlen in der Türkei, die am 12. Juni abgehalten werden, einen eigenen Konvoi unter der Führung der "Mavi Marmara". Auf dem Schiff waren am 31. Mai 2010 bei einer israelischen Razzia neun Menschen ums Leben gekommen. Die Besatzung hatte sich geweigert, ihre Fahrt zu unterbrechen und die Ladung auf Waffen untersuchen zu lassen. Auch diese Flottille hatte die IHH arrangiert. Die Türkei fordert von Israel eine Entschuldigung für den Tod der neun türkischen Staatsbürger.
Israel hat auch die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten. Premierminister Benjamin Netanjahu sagte gegenüber Generalsekretär Ban Ki-Moon, dass die Flottille "von islamistischen Elementen organisiert wird".