Terrorzelle aufgedeckt

JERUSALEM (inn) - Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak hat fünf Männer aus Ostjerusalem festgenommen, die für einen Sprengstoffanschlag verantwortlich sind. Zudem hatten die Araber weitere Attentate in Israels Hauptstadt geplant.

Die verdächtigen Palästinenser waren bereits im vorigen Monat  verhaftet worden. Eine über den Fall verhängte Nachrichtensperre wurde am gestrigen Donnerstag aufgehoben. Alle fünf Mitglieder der Terrorzelle stammen aus der Ortschaft Zur Bahar im Osten Jerusalems. Nach Angaben der Ermittler war sie seit der Operation "Gegossenes Blei" zum Jahreswechsel 2008/2009 aktiv.

Wie der Geheimdienst mitteilte, wollten die Palästinenser mit Hilfe der Hamas Waffen erwerben. Ein bekannter Aktivist der radikal-islamischen Gruppe in Gaza habe 10.000 jordanische Dinare an Dschihad Atun, ein Mitglied der Zelle, übergeben. Dies sei über Geldwechsler in Jordanien und Jerusalem geschehen. Der Hamas-Anhänger habe dem Verdächtigen zudem weitere 20.000 Dinar versprochen, hieß es laut der Zeitung "Ha´aretz". Mit dem Geld wollten die fünf Palästinenser ein Gewehr und zwei Pistolen kaufen.

Der ebenfalls festgenommene Mahmud Dawijat gestand, eine Rohrbombe hergestellt zu haben, die er an einer Bushaltestelle im Stadtteil Gilo in Südwestjerusalem einsetzen wollte. Doch dann habe er entschieden, den Sprengsatz in der Hebron-Straße zu deponieren. Die Mülltüte mit der Bombe wurde Anfang März von zwei Angestellten der Stadt Jerusalem auf einer Verkehrsinsel entdeckt. Der Sprengsatz explodierte, und einer der Arbeiter verlor eine Hand.

Die Terrorzelle plante überdies ein Schussattentat ähnlich dem Anschlag auf eine Jerusalemer Talmudschule im März 2008. Dabei waren acht Jeschiva-Studenten ermordet worden.

Weitere Mitglieder der Zelle sind Ahmed Dawijat, ein Bruder von Mahmud Dawijat, und Ahmed Namir. Er war bereits vor vier Jahren wegen Hamas-Aktivitäten in israelischer Haft. Der fünfte Terrorist ist Munur Marwat Atun, ein Bruder von Dschihad Atun und von Mahmud Atun, der wegen Mordes an drei Israelis eine lebenslange Gefängnisstrafe absitzt.

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen