Der Vorfall ereignete sich im Jahr 2003 im Jordantal. Der 35-jährige Palästinenser Riak Daraghmeh war im Bus auf der Heimfahrt von der Arbeit. Er stammte aus der Ortschaft Tajasir, nordöstlich der Autonomiestadt Nablus. Bei hohem Verkehrsaufkommen hielt der Bus an einer Straßensperre nahe der Siedlung Petzael, südöstlich von Nablus.
Einem Bericht der Tageszeitung "Ha´aretz" zufolge stiegen mehrere Muslime zum Gebet aus. Daraghmeh begab sich zu einem Gelände nahe der siedlungseigenen Gewächshäuser, um sich zu erleichtern. Dort weckte er den Verdacht des Sicherheitsoffiziers Schlomo Adir. Dieser ging auf den Palästinenser zu, feuerte mehrere Male in die Luft und schoss dreimal aus kurzer Distanz auf ihn. Später erklärte er, der Palästinenser habe sich an einem Ort aufgehalten, wo er nicht hingehörte.
Wegen fahrlässiger Tötung wurde Adir zu 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Seinen Widerspruch lehnten das zuständige Bezirksgericht und der Oberste Gerichtshof ab.
Der Anwalt Muhammad Dahleh, der die Familie des Palästinensers vertritt, teilte mit, sie habe Zivilklage eingereicht. Denn die Strafe sei nach ihrer Auffassung "lächerlich" mild ausgefallen. Die Klage richtete sich gegen den Staat Israel, die Siedlung und Adir selbst. Nun zahlt die Siedlung die genannte Entschädigung, der Staat leistet einen nominellen Beitrag.