Ein Teil des Vierteljahresberichtes konzentriert sich auf 26 Länder, bei denen ein Grund zur Besorgnis bestehe. Zu ihnen gehört auch Israel. Das Ministerium nennt unter anderem das neue Gesetz, das Nichtregierungsorganisationen die Finanzierung entzieht, die sich an Veranstaltungen zum Nakba-Tag teilnehmen. Mit dem arabischen Wort für "Katastrophe" bezeichnen Palästinenser die israelische Staatsgründung im Jahr 1948. Ebenfalls erwähnt ist ein Gesetzesvorschlag, der israelische Staatsbürger mit Geldstrafen belegen will, wenn sie an Boykotten gegen Israel teilnehmen oder diese fördern. Dies betrifft auch Produkte aus Siedlungen.
Laut der "Jerusalem Post" prangert der Bericht ferner die Festnahme von palästinensischen Kindern unter zwölf Jahren an. Zudem wird kritisiert, dass israelische Behörden Häuser und Dörfer von Beduinen im Negev abreißen. @Das Beduinendorf Al-Arakib, das insgesamt 21-mal zerstört wurde, und neunmal seit Jahresbeginn, ist ein besonderer Grund zur Sorge", heißt es.
Gleichzeitig begrüßt Großbritannien Bemühungen der israelischen Regierung, um eine Diskriminierung einzudämmen und die Ungleichheit zwischen jüdischen und arabischen Bürgern zu verringern. Im Zusammenhang mit den Palästinensern bekundet das Ministerium seine Beunruhigung über "Vorwürfe von Verletzungen der Menschenrechte durch palästinensische Sicherheitskräfte".
Kritik an israelischen Militäraktionen und palästinensischem Beschuss
Im zwölfseitigen Jahresbericht 2010 werden israelische Aktionen in Gaza, Ostjerusalem und Westjordanland angegriffen. Ein weiterer Kritikpunkt ist der fortgesetzte Siedlungsbau.
Ebenso sind die Verfasser besorgt, weil militante Palästinenser die Gewalt nicht reduzieren und es zu Misshandlungen in palästinensischen Gefängnissen kommt. Sie prangern den Umgang der Hamas mit den Menschenrechten in Gaza und die fortgesetzten Raketenangriffe auf Südisrael an. Auch werfen sie der Hamas vor, dass sie es bislang nicht geschafft hat, den im Sommer 2006 entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit freizulassen.
Als Außenminister William Hague am Donnerstag in London über den Bericht sprach, konzentrierte er sich allerdings nicht auf Israel oder die Palästinenser. Er nannte vielmehr Länder wie Libyen, Burma, Saudi-Arabien und den Iran als Beispiele für Menschenrechtsverletzungen.